Gebäudekonzept

Wie sich eine Spedition nahezu energieautark macht

Regenwasser für die Reinigung, eine Solaranlage für die eigene Stromerzeugung und noch mehr – so arbeitet die Spedition Ihro an ihrer Nachhaltigkeit.

5,5 Millionen Euro hat es gekostet, soll sich aber auch deutlich lohnen – die Rede ist vom neuen Gebäudekonzept von Ihro. Das Speditionsunternehmen aus Baden-Württemberg will an seinem Hauptstandort in Neuenstein mit dem multifunktionalen System künftig auf besonders nachhaltigem Fuß leben.

Für die Kombination aus Werkstatt, Fahrer-, Büro- und Schulungsräumen auf zwei Geschoßen wurden eine große Solarstromanlage und ein Batteriespeicher eingerichtet. Die frisch bezogene Zentrale ist von nun an nahezu energieautark.

„Können auf Frischwasser verzichten“

Zusätzlich versorgt eine Zisterne mit 250.000 Liter Fassungsvermögen die Lkw-Waschanlage mit Regenwasser. „Zum einen bereiten wir das Waschwasser über mehrere Stufen umweltfreundlich wieder auf. Von 100 Litern Frischwasser können wir damit 85 Liter für den nächsten Waschgang wiederverwenden, nur 15 Liter gehen ins Abwasser“, erklärt Kai Ihro, geschäftsführender Gesellschafter der Spedition. „Zum anderen können wir für das Waschen in der Regel komplett auf Frischwasser verzichten.“

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Für weniger Energieaufwand beim Heizen sorgen eine gute Dämmung – hier wurde laut dem Unternehmen der Standard KfW 55 erreicht – und eine Wärmepumpe, die mit der selbst erzeugten Energie betrieben wird.

Die Solaranlage kommt auf eine Spitzenleistung von 131 kWp und soll im Jahr etwa 120.000 kW Strom erzeugen. Der nicht sofort verbrauchte Strom wird in den Batteriespeicher mit einer Kapazität von 72 kWh eingespeist. „Damit können wir auch an trüben Tagen oder nach Sonnenuntergang einen Großteil unseres Strombedarfs decken und werden weitestgehend unabhängig von externen Stromlieferanten und koppeln uns ab von zu erwartenden Strompreissteigerungen“, so Ihro.