Facility Management : Gesundes Marktwachstum für Facility Services
Frederik Lehner, Geschäftsführer von Interconnection Consulting
- © Peter Griesser / www.petergriesser.comFacility Services bleiben in Österreich auch 2026 trotz schwieriger Marktbedingungen auf Wachstumskurs. Laut einer Studie von Interconnection Consulting stieg der Umsatz externer Facility-Service-Anbieter 2025 auf 7,2 Milliarden Euro und damit um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 wird ein weiteres Wachstum von 3,1 Prozent erwartet, für 2027 sogar 3,3 Prozent. Besonders das Outsourcing von Dienstleistungen treibt das weitere Wachstum des Marktes, rund 60 Prozent werden aktuell an externe Dienstleister ausgelagert – Tendenz steigend.
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Technisches FM wächst am stärksten
Wichtigster Wachstumstreiber ist der technische Bereich, der inzwischen 34,1 Prozent des Gesamtmarktes für externe Facility Services ausmacht. Dort gewinnen Leistungen wie Gebäudewartung (10,5 Prozent Marktanteil) und Gebäudebetrieb (9,3 Prozent Marktanteil) an Bedeutung, sie sind die zwei am stärksten wachsenden Facility Subservices. Treiber sind steigende Anforderungen an Energieeffizienz, ESG-Berichterstattung und technologische Standards.
Infrastrukturelle Services machten 2025 59,5 Prozent des Marktvolumens aus entwickelten sich im Vergleich zum Vorjahr moderat: Reinigungsdienste bleiben mit einem Marktanteil von 31,8 Prozent das größte Subservice-Segment, gefolgt von Sicherheitsdiensten mit 13 Prozent. Der kaufmännische Bereich, etwa Flächenmanagement und Immobilienverwaltung, blieb mit 6,4 Prozent in den letzten drei Jahren stabil.
Technologische Entwicklungen prägen die Branche zunehmend: Robotik- und Automatisierungslösungen werden vor allem in Reinigung, Verpflegung und Sicherheitsdiensten eingesetzt. Dabei setzt sich das Konzept des „Co-Botic“, also die Zusammenarbeit von Menschen und Maschine, laut dem Consulting-Unternehmen verstärkt durch. Automatisierung, Sensorik und Künstliche Intelligenz gewinnen an Relevanz. Digitalisierung betrifft insbesondere Instandhaltung und Predictive Maintenance. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an digitale Leistungsnachweise, CRM-Systeme, Datenqualität sowie transparente, datenbasierte Services.
Integriertes FM im Kommen
Ein klarer Trend im Facility Management ist der Wunsch nach integrierten Leistungen aus einer Hand. Integriertes Facility Management (IFM) bündelt technische, infrastrukturelle und kaufmännische Services. Gleichzeitig werden Leistungen jedoch weiterhin separat ausgeschrieben werden, um nur tatsächlich benötigte Services zu bezahlen. Das bestätigt ein Blick auf die Vertragsarten für externes FM: Momentan sind 67,3 Prozent Einzelverträge, gefolgt von vertikalen Verträgen mit 23,3 Prozent, horizontalen Verträgen mit 5 Prozent und Komplettverträgen mit 4,5 Prozent.
Trotz Budgetdruck und Kürzungen bei Leistungsintervallen sieht Interconnection Consulting insgesamt eine erhöhte Nachfrage nach Bündelangeboten, da Kunden sich Kostenersparnis und bessere Leistung erwarten. Auch der öffentliche Sektor setzt zunehmend auf integrierte Lösungen. Nachhaltigkeit wird gefordert, soll jedoch keine Mehrkosten verursachen. Insgesamt wünschen sich Auftraggeber lösungsorientierte Anbieter mit Spezialwissen, die zusätzlich Beratung, Problemlösungskompetenz und Best Practices einbringen. Besonders bei großen und internationalen Projekten steigt demnach die Bedeutung von Beratungsleistungen, während sie bei kleineren Projekten weniger relevant sind.
Facility Services entwickeln sich zunehmend vom operativen Dienstleister zum strategischen Partner für GebäudebetreiberFrederik Lehner, Interconnection Consulting
Markt konsolidiert sich
„Facility Services entwickeln sich zunehmend vom operativen Dienstleister zum strategischen Partner für Gebäudebetreiber“, betont Frederik Lehner, Geschäftsführer von Interconnection Consulting. Gleichzeitig steige die Nachfrage nach integrierten Leistungsangeboten aus einer Hand, auch wenn Kostendruck und Fachkräftemangel den Markt weiterhin prägen.
Der Markt konsolidiert sich außerdem zunehmend. 2025 entfielen in Österreich 23,3 Prozent des Gesamtumsatzes auf die Top 10 Anbieter, 10,5 Prozent sogar nur auf die Top 3. Große Dienstleister wie Apleona, ISS, Dussmann, Strabag und WISAG erweitern ihre Marktanteile durch Übernahmen. Kleinere Unternehmen geraten unter Druck, vor allem wegen Fachkräftemangel sowie steigenden Anforderungen an digitale Prozesse und regulatorisches Reporting, wodurch insgesamt steigender Wettbewerbsdruck am Markt spürbar bleibt.