Facility Management : FM-Verbände fordern wirksame ESG-Berichterstattung

Unterzeichnung des Positionspapiers: Dirk Otto, Doris Bele und Martina Reinholz (v.l.n.r.)

Unterzeichnung des FM3-Positionspapiers: Dirk Otto, Doris Bele und Martina Reinholz (v.l.n.r.)

- © Real FM e.V.

Energieeffizienz, CO₂-Reduktion, Kreislaufwirtschaft und sichere Arbeitsumgebungen im Sinne der Social Responsibility: Viele der für ESG-Berichte entscheidenden Daten kommen aus dem Verantwortungsbereich des Facility Managements. Dementsprechend steigen die regulatorischen Anforderungen aus Nachhaltigkeitsgesetzgebungen wie der EU-Taxonomie, aber auch der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), ESG-Ratings oder Lieferkettengesetze für die Branche.

Um Unsicherheiten vorzubeugen, welche Informationen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung wie und wann zu erheben und offenzulegen sind, haben die drei etablierten Facility Management-Verbände im DACH-Raum (FM3) ein gemeinsames Positionspapier zur Nachhaltigkeitsberichterstattung veröffentlicht. Facility Management Austria, RealFM e. V. Deutschland und SVIT FM Schweiz betonen darin die zentrale Rolle des Facility Managements für die Umsetzung betrieblicher Nachhaltigkeitsziele und fordern eine klare Fokussierung auf relevante, wirkungsvolle und praktikable Anforderungen an die ESG-Berichterstattung.

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Sorge für Überregulierung

Die FM3-Verbände erkennen den Nutzen strukturierter Nachhaltigkeitsberichterstattung an, warnen jedoch vor Überregulierung und einer überhöhten Bürokratie, die weder Unternehmen noch Nachhaltigkeitszielen dient. „Nachhaltigkeitsberichte brauchen Struktur, Augenmaß und praktische Umsetzbarkeit. Für uns ist eindeutig: Nachhaltigkeitsberichte brauchen klare Struktur, praktische Umsetzbarkeit und Augenmaß. FM-Daten müssen wertvolle Steuerungsimpulse liefern und dürfen nicht in bürokratischen Routinen verloren gehen“, betont etwa FMA-Vorständin Doris Bele. In ihrem Positionspapier formulieren die Verbände daher vier Kernforderungen.

Forderungen der FM3-Verbände

  • Relevanz vor Vollständigkeit: Berichtspflichten müssen sich auf Themen konzentrieren, die für die Unternehmen eine messbare Wirkung entfalten.
  • Pragmatische Datenerhebung: Maximale Nutzung vorhandener Datenquellen und Vermeidung redundanter Prozesse.
  • Standardisierung und Digitalisierung: Einheitliche Schnittstellen und automatisierte Datenbereitstellung aus CAFM-, Gebäudeautomations- und Energiesystemen.
  • Wirkungsorientierung: ESG-Berichte sollen echte Steuerungsimpulse liefern – nicht administrativen Ballast.

Leitfaden in Arbeit

Weiters fordern die Verbände, die FM-Praxis frühzeitig in regulatorische Entwicklungen einzubinden und Anforderungen so zu gestalten, dass sie ökonomisch umsetzbar und fachlich sinnvoll sind. Eine Ausweitung der Berichtspflichten ohne klare Relevanz lehnen sie ab.

FM3 kündigt auch die Entwicklung eines Leitfadens an, der Unternehmen bei der Identifikation relevanter ESG-Themen und einer effizienten Datenerfassung unterstützt. Abschließend betonen die Verbände, dass neben „Environmental“ auch die Aspekte „Social“ und „Governance“ stärker berücksichtigt werden müssen, um eine ganzheitliche und werteorientierte Nachhaltigkeitskultur zu fördern.

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