Betriebsführung : Wohnanlage „Rote Emma" vernetzt sich digital
Die vier Baukörper der „Roten Emma“ in der Attemsgasse 38 bieten neben geförderten Mietwohnungen viele Angebote für ein lebendiges Grätzlleben.
- © Marko KovičIn der Wiener Wohnanlage „Rote Emma“ ist kürzlich die Pocket House-App smart living erfolgreich in Betrieb gegangen. Das 2018 gegründete PropTech aus Österreich bietet eine Software in Baukastensystem an, die den Immobilienbetrieb von Wohnbau, Büro, über kommunale Immobilien bis hin zu Quartieren, eine Software, digitalisieren kann. Mit der Implementierung der App treiben die beiden gemeinnützigen Bauträger BWSG und Migra die intelligente Vernetzung ihrer digitalen Infrastruktur voran. Gemeinsam mit Pocket House wurde eine Lösung umgesetzt, die über eine Schnittstelle auch an das bestehende BWSG-Serviceportal angebunden ist. Für Bewohner*innen bedeutet das: Sämtliche Anliegen rund um ihre Wohnung und die Wohnanlage können über eine zentrale Plattform abgewickelt werden.
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Nachhaltiges Wohnquartier in Kagran
Das Wohnbauprojekt „Rote Emma“ in der Attemsgasse 38 und der Donaufelder Straße 200 im 22. Wiener Gemeindebezirk umfasst fünf Baukörper mit acht Stockwerken. Als Generalunternehmer fungierte die Strabag. Namensgeberin des Projekts ist übrigens eine rotschalige Kartoffelsorte, die einst in dieser Gegend angebaut wurde – ein Symbol für die Verbindung von Tradition und Zukunft. Die Holzhybrid-Konstruktion zählt zu den ersten großvolumigen Wohnhausprojekten dieser Art in Österreich.
In der Energieversorgung setzt das Projekt ebenfalls auf nachhaltige Lösungen. Die Beheizung erfolgt über das Fernwärmenetz der Stadt Wien, während im Sommer ein Free Cooling-System in Verbindung mit thermisch aktivierten Decken und Grundwasserbrunnen für angenehme Temperaturen sorgt. Die Change-over-Technologie erlaubt den Wechsel zwischen Kühl- und Heizbetrieb. Ergänzt wird dieses System durch Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen und Pergolen, die Strom für die Allgemeinbereiche bereitstellen.
Digitale Services für rund 360 Wohnungen
Ziel der Digitalisierung der Wohnanlage mit rund 360 Wohnungen sowie zahlreiche Gemeinschaftsräumen war es, alltägliche Abläufe zu vereinfachen. Mieter*innen können so Gemeinschaftsräume und Waschküchen flexibel buchen und relevante Informationen zur eigenen Wohnung oder zur gesamten Anlage in der App abrufen. Darüber hinaus bietet die App Funktionen wie einen Veranstaltungskalender mit Informationen zu Events sowie Mobilitätsangebote von mo.point. Ein besonderes Highlight ist die Öffnung des Salons der „Roten Emma“ für externe Nutzer über die zweite Pocket House App deilma. Migra-Geschäftsführer Smajo Pasalic bietet Einblicke in das Projekt: „Eine zentrale Herausforderung war die datenschutzkonforme Umsetzung einer gemeinsamen Verwaltungsplattform für zwei Bauträger und deren Mieter.“
Projekt im Village im Dritten
Das nächste Projekt steht bereits in den Startlöchern: Im „Bella Vista“ im Village im Dritten wird die Lösung ebenfalls umgesetzt. Neben der smart living App kommt auch dort das zweite Produkt von Pocket House - die deilma App - zum Einsatz. Im Mittelpunkt steht der sogenannte „Village Kiosk“ – ein modernes Nachbarschaftszentrum, das als multifunktionaler Raum für unterschiedliche Aktivitäten dient. Pocket House Geschäftsführerin Simone Rongitsch betont: „Mit diesem Konzept soll nicht nur die Nachbarschaft gestärkt, sondern auch das soziale und kulturelle Angebot im Grätzl nachhaltig erweitert werden.“ Der Raum kann über die deilma App unkompliziert gebucht werden und steht sowohl Bewohner*innen als auch externen Nutzer*innen zur Verfügung.