Oberes Hausfeld : Heizen mit dem Fernwärme-Rücklauf
Die Wärmeversorgung im Stadtentwicklungsgebiet Oberes Hausfeld
- © Wien Energie / APA-Grafik on DemandIm Stadtentwicklungsgebiet Oberes Hausfeld im 22. Wiener Gemeindebezirk setzt Wien Energie ein innovatives Konzept zur Wärmeversorgung um. Bei dem baufeldübergreifenden Ansatz wird erstmals der Rücklauf der Fernwärme für die Versorgung genutzt - über diesen fließt normalerweise das abgekühlte Wasser zurück zu den Kraftwerken. Das Obere Hausfeld aber nutzt den Rücklauf des Fernwärmenetzes in Floridsdorf und Donaustadt als Wärmequelle. Durch die Einbindung der Tiefengeothermie-Anlage Aspern wird das System noch effizienter.
„Unsere Mission ist eine verlässliche, leistbare und klimaschonende Energieversorgung für Wien“, bekräftigt Michael Strebl, Vorsitzender der Geschäftsführung von Wien Energie. Das Herzstück ist die Quartiers-Energiezentrale. Von hier aus versorgt Wien Energie die Häuser über ein Quartiersnetz mit etwa 40 °C warmem Wasser, mit dem Flächenheizungen betrieben werden können. Die zusätzliche Anhebung der Temperatur für Warmwasser und auch Konzepte zur Kühlung erfolgen in den Häusern. Das kann etwa mit Erdsonden oder auch der Nutzung von Brunnen oder Luftwärmetauschern geschehen – je nach Vorstellung der jeweiligen Bauträger. Die ersten Bewohner*innen sollen im Frühling 2026 einziehen.
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Wärme aus Boden und Rücklauf
In der Quartiers-Energiezentrale kommen zwei Technologien zum Einsatz, um die Bewohner*innen des Oberen Hausfelds mit Wärme zu versorgen. Erstens eine Grundwasser-Wärmepumpe: Grundwasser hat über das gesamte Jahr hinweg etwa 10 °C, diese Temperatur kann als Ausgangspunkt für eine Wärmepumpe genutzt werden. Das abgekühlte Grundwasser versickert über einen „Schluckbrunnen“ wieder im Erdreich, damit geht kein wertvolles Wasser verloren.
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Bei der zweiten Wärmequelle, die in der Quartiers-Energiezentrale genutzt wird, handelt es sich um eine Premiere. Dabei wird das Fernwärmenetz genutzt, in das etwa das Kraftwerk Donaustadt und in Zukunft auch die Tiefengeothermie-Anlage Aspern einspeisen. Das Obere Hausfeld bezieht aber keine Fernwärme, sondern hat eine Anbindung an den Fernwärme-Rücklauf. Durch den Rücklauf wird das Wasser zu den Kraftwerken zurückgebracht, nachdem es seine Wärmeenergie bei den Kund*innen abgegeben hat. Da bei der Quartiersversorgung Oberes Hausfeld nur Temperaturen von etwa 40 Grad benötigt werden, kann dem bereits abgekühlten Heizungswasser des Fernwärme-Rücklaufs noch weitere Wärmeenergie entzogen werden.
In Zukunft soll dieses System noch effizienter laufen. Grund dafür ist eine Synergie mit der zukünftig in der Nähe gelegenen Tiefengeothermie-Anlage Aspern, einem Großprojekt, das Wien Energie zusammen mit der OMV in dem Joint Venture deeep umsetzt. Durch die weitere Abkühlung des Fernwärme-Rücklaufs beim Oberen Hausfeld kann in den Wärmetauschern der Tiefengeothermie-Anlage eine größere Temperaturanhebung erreicht werden. Die Wärmeenergie aus der Tiefengeothermie wird damit noch effizienter genutzt.
Spielwiese für Energiekonzepte
Im Stadtentwicklungsgebiet Oberes Hausfeld entsteht auf 26 Hektar ein neues Quartier mit rund 3.700 Wohnungen und Platz für etwa 8.000 Menschen. Zu dem Konzept des Quartiers gehören Grünflächen, Schule und Kindergarten, Nahversorger und eine nachhaltige Energieversorgung. Wo neue Quartiere gestaltet werden, bietet sich die Gelegenheit, innovative Energiekonzepte für eine klimagerechte Energieversorgung zu konzipieren. Dabei kommen etwa, wie beim Village im Dritten, Sondenfelder zum Einsatz, mit denen das Erdreich zum Energiespeicher wird.