Leistbare Photovoltaik- und Wärmepumpenlösungen : Cloover startet mit Milliarden-Finanzierung in Österreich
Vivek Jain, Jodok Betschar, Peder Broms und Valentin Gönczy (v.l.n.r.) bilden das Führungsteam von Cloover
- © ClooverDer Umstieg auf Photovoltaik oder Wärmepumpe scheitert oft weniger an der Technik als an Finanzierung und administrativem Aufwand. Genau hier setzt das deutsche Climate-FinTech Cloover an: Mit der Eröffnung eines Standorts in Wien startet das Unternehmen nun offiziell in Österreich und bringt eine kombinierte Software- und Finanzierungsplattform auf den Markt, die Installationsbetriebe bei Verkauf und Abwicklung unterstützt und Haushalten die Finanzierung von Photovoltaik- und Wärmepumpenlösungen erleichtern soll.
Das Angebot richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Handwerksbetriebe: Sie erhalten ein digitales Werkzeug, das Abwicklung von Projekten in den Bereichen Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur vereinfacht. Gleichzeitig können Endkund*innen direkt passende Finanzierungsmodelle angeboten werden.
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Ein Prozess für Installationsbetriebe und Endkund*innen
Im Kern adressiert Cloover damit einen Engpass, der den Ausbau dezentraler, erneuerbarer Energielösungen in Einfamilienhäusern bremst: Viele Handwerksbetriebe arbeiten nach wie vor mit hohem manuellem Aufwand und wenig Automatisierung durch Software – vom ersten Angebot über die Materialbestellung bis zu Übergabe und Dokumentation. Gleichzeitig scheitert der Umstieg auf Erneuerbare in Haushalten oft an der Finanzierung: Hohe Einmalinvestitionen und sich ändernde Förderprogramme verzögern oder verhindern Projekte.
Die KI-gestützte Plattform des Unternehmens bündelt die Herausforderungen von Handwerksbetrieben und Hausbesitzer*innen in einem durchgängigen Prozess: Installationsbetriebe erstellen standardisierte Angebote, dokumentieren Projektschritte digital und steuern die Abwicklung. Parallel stehen Finanzierungslösungen für Endkund*innen zur Verfügung, sodass Haushalte nicht getrennt bei Banken oder Förderstellen starten müssen, sondern früh einen Überblick über die leistbare Umsetzung erhalten. Statt einer Einmalzahlung können Haushalte ihre Photovoltaik- und Wärmepumpensysteme zum Beispiel auch über monatliche Raten finanzieren.
Mehr als eine Milliarde Euro Finanzmittel für Cloover
Der Markteintritt in Österreich ist Teil der europäischen Wachstumsstrategie von Cloover und wird durch eine kürzlich abgeschlossene Finanzierung ermöglicht. Das Unternehmen hat sich eine Series-A-Finanzierung über 22 Mio. US-Dollar (18,6 Mio. Euro) sowie eine Fremdkapitalfazilität in Höhe von 1,2 Mrd. US-Dollar (1,01 Mrd. Euro) gesichert; ergänzt wird dies durch eine 300-Millionen-Euro-Garantie des Europäischen Investitionsfonds (EIF). Insgesamt belaufen sich die Kapitalzusagen damit auf 1,22 Mrd. US-Dollar (1,03 Mrd. Euro).
Österreichische Einfamilienhäuser im Fokus
Österreich ist für Cloover ein attraktiver Markt, wenn es um die Energiewende im Gebäudesektor geht. In der Praxis müssen Modernisierungsprojekte häufig strukturelle Hürden nehmen: viele Schnittstellen zwischen Beratung, Planung, Installation und Betrieb, hoher administrativer Aufwand und Unsicherheit bei der Finanzierung. Das trifft insbesondere Einfamilienhäuser, auf die sich Cloover spezialisiert hat. Eigentümer*innen müssen Investitionen dabei gut kalkulieren und Betriebe häufig mehrere Gewerke koordinieren.
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„Die Technik für Photovoltaik und Wärmepumpen ist etabliert – entscheidend ist, dass Betriebe Projekte noch effizienter umsetzen können und sie für Haushalte leistbarer werden“, erklärt Jodok Betschart, Mitgründer und CEO von Cloover. Österreich sei ein Markt mit viel handwerklicher Kompetenz und einer großen Nachfrage nach dezentralen Energielösungen. Den Aufbau und die Leitung des Österreich-Standorts übernimmt Sebastian Dorfer. Er war zuletzt als Head of Sales beim Solaranbieter Soly, dessen operatives Geschäft Heizma kürzlich übernommen hat. In den kommenden Wochen soll das Wiener Büro schrittweise ausgebaut werden, um Vertrieb, Partnerbetreuung und operative Umsetzung hierzulande zu stärken.
Für 2026 plant Cloover die Einführung von Cloover Pay, einer Materialfinanzierungslösung für Installationsbetriebe, sowie den weiteren Ausbau der Software- und Finanzierungsplattform.
Über Cloover
Cloover wurde 2023 von Jodok Betschart, Peder Broms und Valentin Gönczy gegründet und entwickelte ein KI-Betriebssystem für Energieunabhängigkeit. Die Plattform verbindet Finanzierung, KI-gestütztes Workflow-Management, Beschaffung und Energieoptimierung.