Baustoffhandel-Insolvenz : Quester-Sanierungsplan vorerst fehlgeschlagen
Rund drei Monate, nachdem der Baustoffhändler Quester einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beim Handelsgericht Wien eingereicht hat, ist die Sanierung vorerst gescheitert. Die Kreditschutzverbände KSV 1870, AKV und Creditreform berichten, dass die Holding, in deren Eigentum der österreichische Baustoff- und Fliesenhändler steht, am 21. Jänner ein Konkursverfahren beantragt hat.
Im Zuge des Sanierungsverfahrens der Quester Baustoffhandel GmbH war zunächst der Verkauf der Anteile der Eigentümerin Quester Holding an einen Investor geplant, verbunden mit einem Forderungsverzicht der Altgesellschafter zur Ermöglichung der Sanierung der Gruppe. Nun sind die Verhandlungen mit dem Investor und damit die Sanierungsbemühungen gescheitert. „Im Sanierungsverfahren der Quester Baustoffhandel GmbH wird daher der Sanierungsplan zurückzuziehen sein“, so Tanja Schartel vom KSV1870.
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Holding plant keine Sanierung
Die Passiva der Holding mit Sitz in München betragen laut Eigenangabe rund 16,4 Millionen Euro, drei Gläubiger*innen sind betroffen. Da die Holding keine Sanierung plant, habe die Insolvenzverwaltung in weiterer Folge bestehendes Vermögen jetzt bestmöglich zu verwerten, schreibt der AKV. Laut Creditreform meldeten 674 Gläubiger*innen rund 55 Millionen an Forderungen gegenüber Quester Baustoffhandel an. Davon wurden bisher zwölf Millionen anerkannt, mit weiteren Anerkennungen sei zu rechnen.
1934 gegründet, bietet Quester Baustoffhandel Werkzeug und Baustoffe von Fliesen bis hin zu Trockenbau und der Garten- und Landschaftsgestaltung an. Die anhaltende Krise in der Bau- und Immobilienwirtschaft gilt als Hauptursache für die Insolvenz, der Umsatz des Unternehmens ist seit 2022 stark gesunken. Rund 290 Mitarbeitende an 14 Standorten sind betroffen.