GBH fordert : Kein Förder-Euro für Heizungstausch ohne Dämmung
GBH-Bundesvorsitzender Josef Muchitsch an der Berufsschule für Baugewerbe in Wien. Zum Start in die Sommerferien gab es Eis und Infoflyer zum Thema Hitzeschutz für die Lehrlinge.
- © GBH-PresseNach der Rekord-Hitzewelle ist vor der nächsten Hitzewelle. Für den österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB), der sich auch für Hitzeschutz auf Baustellen einsetzt, hat der Juni außerdem gezeigt: Ein gut gedämmtes Haus bleibt im Sommer deutlich kühler und reduziert den Bedarf an zusätzlicher Kühlung. Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) fordert deshalb, vorhandene Fördermittel gezielter einzusetzen und die thermische Sanierung vor den reinen Heizungstausch zu stellen: „Wer eine neue Heizung einbaut, aber nicht dämmt, löst nur die halbe Aufgabe. Ein schlecht gedämmtes Haus verliert im Winter Wärme und nimmt im Sommer Hitze auf."
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Förderbudget gezielt einsetzen
2024 lag die thermische Sanierungsrate in Österreich bei nur 0,9 Prozent pro Jahr. Das bedeutet: Der Großteil des österreichischen Gebäudebestands bleibt thermisch unsaniert, obwohl das Förderregime vor zwei Jahren die thermische Sanierung stärker unterstützt hat als aktuell. Gleichzeitig ist der Dämmstoffmarkt seit 2021 um rund 30 Prozent eingebrochen. Was laut GBH fehlt, ist jedoch nicht das Budget, sondern der gezieltere Einsatz der vorhandenen Mittel.
Die Forderungen der Gewerkschaft lauten daher: Kein Förder-Euro sollte länger in einen Heizungstausch fließen, ohne dass gleichzeitig über eine thermische Sanierung nachgedacht wird. Außerdem sollen die Gelder dorthin fließen, wo sie am dringendsten gebraucht werden, also in Mehrparteiengebäude und leistbare Wohnungen – dort ist die Hitzebelastung oft am größten. Punkt drei ist die Sicherung der Fachkräfte. Ausbildung, faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen seien die Voraussetzung dafür, dass Österreich klimafit wird.
Ausblick auf 2027
„Ein Heizkessel kühlt kein Haus und ohne gute Dämmung heizt man im Winter und kühlt im Sommer sprichwörtlich zum Fenster hinaus. Die Regel muss lauten: erst dämmen, dann Heizung tauschen. Denn Hitzeschutz darf keine Frage des Geldbeutels sein“, betont Josef Muchitsch, GBH-Bundesvorsitzender. Die Ausgestaltung der aktuellen Sanierungsoffensive spricht allerdings eine andere Sprache: War der Fördertopf zu Beginn noch für Heizungstausch und thermische Sanierung gedacht, sind seit Februar keine Anträge für zweiteres mehr möglich. Grund dafür ist höhere CO₂-Einsparung pro eingesetztem Euro beim Kesseltausch im Vergleich zur thermischen Sanierung. Ab 2027 soll es getrennte Fördertöpfe für die beiden Schienen geben.