ZULuft Austria : Gesunde Raumluft: Hohe Bedeutung, wenig Standards
Wolfgang Hucek, Geschäftsführung Trox Austria + CEE und Vorstandsvorsitzender von ZULuft und Andreas Jäger, Meteorologe und Klimaexperte, wollen das Bewusstsein für gesunde Raumluft gemeinsam stärken.
- © ZULuftDen Österreicher*innen ist gesunde Luft wichtig, vor allem auch in Innenräumen wie Büros. Eine aktuelle Studie des Linzer Forschungsinstitus IMAS belegt, dass unter den befragten Österreicher*innen fast neun von zehn angeben, gute Luft für mehr Arbeitsmotivation zu brauchen und sich zu wünschen. Aber: Gesunde Raumluft passiert nicht von selbst. In Österreich gibt es dafür noch keine umfangreichen gesetzlichen Standards und vorgeschriebenen Richtlinien. Klimaexperte Andreas Jäger setzt daher gemeinsam mit dem Verein ZULuft (Zukunft Luft Austria) auf Aufklärung.
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20.000 Atemzüge pro Tag
Erwachsene Menschen atmen rund 20.000 Mal am Tag. Das Ein- und Ausatmen ist ein Reflex, wird ungesunde Luft jedoch auf Dauer eingeatmet, kann das zu gesundheitlichen Folgen führen. Die Diagnosen reichen bis hin zu chronischen Atemwegserkrankungen. „Wir sprechen ständig über einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung oder ausreichend Schlaf. Dabei vergessen wir oft die Luft, die wir täglich einatmen – und die atmen wir zu 90 Prozent in geschlossenen Räumen, weil wir uns kaum mehr draußen bewegen", betont Meteorologe und Klimaexperte Andreas Jäger.
Gesunde Raumluft sei daher eine zentrale Grundlage für Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und die Gesundheit. „Genau deshalb unterstütze ich die Initiative von ZULuft: Wir müssen dem Thema einer gesunden Raumluft endlich die Aufmerksamkeit geben, die es verdient“, so Jäger weiter. Wolfgang Hucek, Geschäftsführer Trox Austria + CEE und Vorsitzender im Vorstand von ZULuft: „Gesunde Raumluft braucht eine gesetzliche Verankerung.“
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Gesunde Raumluft ist ein Grundbedürfnis.Wolfgang Hucek, ZULuft
Mehr Zufriedenheit mit Lüftung
Besonders im Arbeitsumfeld ist die Qualität der Raumluft laut der IMAS-Studie ein entscheidender Faktor. Umfrage-Teilnehmer*innen, die in einem Büro arbeiten, stimmen zu 88 Prozent zu, dass gesunde Luft sehr wichtig ist. Gesunde Luft in Büros wird zudem als wichtigster Faktor für die Arbeitszufriedenheit angesehen. Die Hälfte der befragten Gruppe an Erwerbstätigen ist mit ihrem aktuellen Arbeitsplatz insgesamt sehr zufrieden. Personen, deren Arbeitsstätte mit einem Lüftungsgerät ausgestattet ist sowie Personen, die in einem Gebäude arbeiten, das jünger als 11 Jahre ist, sind laut Studie noch zufriedener.
Als Best-Practice-Beispiel führt der Verband skandinavische Staaten an: Dort gibt es bereits Standards für die sogenannte „Indoor Air Quality“. Österreich hinkt in diesem Bereich noch hinterher. ZULuft appelliert daher an Politik, Unternehmen sowie Betreiber*innen von Schulen und Kindergärten, mehr Verantwortung für gesunde Raumluft zu übernehmen. „Gesunde Raumluft ist ein Grundbedürfnis. Die IMAS-Studie zeigt eindeutig, dass die Bevölkerung diesem Thema große Bedeutung beimisst. Jetzt braucht es den nächsten Schritt: klare gesetzliche Standards und regelmäßige Kontrolle der Raumluftqualität“, appelliert Hucek, der im Verein ZULuft die führenden Unternehmen und Sachverständige aus der Lüftungs- und Klimatechnik vertritt, abschließend.
Politische Forderungen des Vereins ZULuft
- eine gesetzliche Verankerung der Raumluftqualität für öffentliche und private Gebäude
- verbindliche Parameter wie CO₂-Werte, Temperatur, Luftfeuchte, Luftwechselrate, Feinstaub und Pollenbelastung
- regelmäßige Messungen und Kontrollen dieser Werte
- eine Ausweitung von Förderungen für moderne Lüftungs- und Klimasysteme mit Wärmerückgewinnung