Energiequelle Innenraumluft : Abluft-Wärmepumpe: Der Massenmarkt der Zukunft

NIBE will die Abluft-Wärmepumpe in Österreich bekannter machen.

Abluft-Wärmepumpen ziehen als Energiequelle wird nicht die Außenluft heran, sondern die Luft in den Innenräumen. 

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Drei von vier Wärmepumpen, die der schwedische Hersteller NIBE auf seinem Heimatmarkt Schweden verkauft, sind Abluft-Wärmepumpen. In Österreich ist diese Technologie so gut wie unbekannt, hierzulande dominieren Luft-Wasser-Wärmepumpen mit einem Marktanteil von über 80 Prozent. Das will Gerald Nussbaumer ändern. Der Verkaufs- und Marketingleiter von NIBE Österreich bringt heuer die Abluft-Wärmepumpe S735C-4 auf den Markt, die zusammen mit drei bereits bestehenden Modellen auf verschiedene Anwendungsbereiche zielt. Die Produkte sind eine Lösung sowohl für den Neubau Ein- und Mehrfamilienhäusern als auch für die Königsdisziplin der Sanierung: Dem „Raus aus Gas“ im Mehrgeschoß-Wohnbau-Bestand

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Gerald Nussbaumer, Verkaufs- und Marketingleiter von NIBE, will die Abluftwärme in Österreich bekannter machen.

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Energiequelle Innenraumluft: So funktioniert eine Abluft-Wärmepumpe

Das Prinzip einer Abluft-Wärmepumpe ist einfach erklärt. Als Energiequelle wird nicht die Außenluft herangezogen, sondern die Luft in den Innenräumen. Der Abluft der Gebäude, die vor allem in der Heizsaison deutlich mehr Energie enthält als die Außenluft, wird dabei die Wärme entzogen und als Heizenergie genutzt. Gleichzeitig sorgt dieses System dafür, dass stets frische Luft ins Gebäude gebracht wird, und bietet daher als Zusatznutzen einen Komfort, wie man ihn ansonsten nur von kontrollierter Wohnraumlüftung kennt. 

Die Abluft-Wärmepumpe sorgt für einen halben Luftwechsel pro Stunde. Damit können all jene Herausforderungen vermieden werden, die von Luft-Wärmepumpen bekannt sind: Keine Außenaufstellung, kein Schallthema und sogar weniger Platzbedarf. Denn mit einer Aufstellfläche im Innenraum von rund 60x60 cm findet die Abluft-Wärmepumpe dort Platz, wo davor vielleicht eine Gastherme war.  

Zentrales oder dezentrales Wärmepumpensystem

Abluft-Wärmepumpen gibt es bei NIBE in zwei Ausführungen: Als dezentrale Lösung, bei der die Zuluft über Wandöffnungen direkt in die Räume geleitet und dort selbst erwärmt wird, oder als zentrale Lösung mit einem zusätzlichen Zuluft-Modul, das die bereits erwärmte Luft in die Räume leitet. 

Die Effizienz ist bei beiden Varianten vergleichbar, sagt NIBE-Produktmanager Alexander Wagner, denn der zur Lufterwärmung nötige Energieeinsatz bleibt der gleiche. Zentrale Lösungen sind dabei vergleichbar mit einer Luft-Wärmepumpe plus kontrollierter Wohnraumlüftung, nur dass eben nur ein abgestimmtes und gemeinsam gesteuertes System zum Einsatz kommt statt zweier separater, nicht abgestimmter Anlagen. Zuglufterscheinungen sind durch die Konstruktion der Zuluftventile auch in der dezentralen Variante ausgeschlossen. 

Voraussetzung für den Einsatz einer Abluft-Wärmepumpe ist ein thermisch saniertes Gebäude, weiß NIBE-Produktmanager Alexander Wagner.

- © NIBE
Voraussetzung für den Einsatz einer Abluft-Wärmepumpe ist allerdings ein thermisch saniertes Gebäude.
Alexander Wagner, NIBE

Grundlage: Saniertes Gebäude

Voraussetzung für den Einsatz einer Abluft-Wärmepumpe ist allerdings ein thermisch saniertes Gebäude. Als Faustregel gilt, so Wagner, dabei eine Obergrenze von 100 kWh/a pro Quadratmeter Heizwärmebedarf. Wie bei allen Heizungs-Lösungen gilt: Je besser das Gebäude gedämmt ist, desto effizienter ist die Heizung. Die genaue Dimensionierung und ob der integrierte E-Heizstab benötigt wird, kann mit einem eigenen Dimensionierungstool unter Angabe der Parameter einfach berechnet werden. Bei der Abluft-Wärmepumpe ist aber neben dem HWB auch das Verhältnis von Volumen der Räume zur Oberfläche des Gebäudes relevant. Denn das entscheidet darüber, ob die Wärmepumpe die notwendige Energie zur Verfügung stellen kann.

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In Mehrgeschossbauten könben Stiegenhäuser ideal als Wärmequelle genutzt werden.
Gerald Nussbaumer, NIBE

Alternatives Heizsystem im Mehrgeschoss-Wohnbau

Besonders gute Chancen sieht Gerald Nussbaumer im Mehrgeschoß-Wohnbau, und zwar gerade dort wo keine Fernwärme vorhanden ist. Im urbanen Raum fällt mit Abluft-Wärmepumpen die Schallthematik weg, auch der Platzbedarf der Außeneinheiten ist nicht gegeben. Gerade beim Dachgeschoß-Ausbau ist das ein Vorteil, denn so bleibt den Bauherren die komplette wertvolle Fläche für Vermietung oder Verkauf übrig; technisch ist es außerdem oft gar nicht anders möglich, denn oft ist der Platz für eine dachaufgestellte Luft-Wärmepumpe nicht einfach zugänglich oder gleich gar nicht vorhanden. 

Zusätzlich kann jede Wohneinheit seinen Wärmebedarf mit den jeweiligen Abluft-Wärmepumpen individuell steuern und ist nicht von einer zentralen Wärmebelieferung abhängig. Ein besonderer Clou, den NIBE bei einem ersten Pilotprojekt in einem typischen Wiener Gründerzeithaus im 16. Bezirk derzeit realisiert: „In diesen Gebäuden können die Stiegenhäuser ideal als Wärmequelle genutzt werden: Energie, die bisher einfach verloren geht“, erklärt Gerald Nussbaumer. 

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Die Abluftwärmepumpe benötigt wenig Platz und nutzt den Energieinhalt der Innenraumluft. 

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Riesiges Marktpotenzial: Blick nach Skandinavien

Die größte Herausforderung ist es nun, das Konzept bekannt zu machen. Architekt*innen, Planungsbüros, Anlagenbauer, Bauträger und Genossenschaften bekommen dadurch neue Möglichkeiten für „Raus aus Gas“ im Mehrgeschosswohnbau. Im Einfamilienhaus ist die Abluft-Wärmpumpe für den Neubau ideal und in der Sanierung besonders dort spannend, wo schon einmal eine Wohnraumlüftung installiert war, egal ob Fertigteilhäuser oder Altbauten. Nussbaumer: „Das Konzept stößt bei allen, denen wir es vorstellen, auf großes Interesse, da es viele Vorteile im Vergleich zu den derzeit bekannten Systemen hat.“ Das Marktpotenzial ist riesig, vor allem wenn man nach Skandinavien blickt: Dort nutzen drei von vier Wärmepumpen Abluft, hierzulande weniger als eine von hundert. 

Aus KNV wird NIBE

Mit 1. April tritt KNV Energietechnik unter dem Namen NIBE auf. Damit einher geht ein neues Logo und vor allem ein europaweit einheitlicher Markenauftritt. Das Team in Österreich, die Ansprechpartner und der Service bleiben davon unberührt und unverändert. 

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