Jochen Sattelberger, Pluggit, im Gespräch : Heizenergie sparen per Wohnraumlüftung?

TGA: Herr Sattelberger, kann eine Wohnraumlüftung dabei helfen, Heizenergie zu sparen?

Jochen Sattelberger: Mehr als viele glauben! Erstens liefert eine Wohnraumlüftung frische, gereinigte Raumluft, so dass man auf die Fensterlüftung verzichten kann – und damit nicht mehr zum Fenster hinaus heizt. Zweitens kann eine Wohnraumlüftung auch zur Wärmerückgewinnung eingesetzt werden. Die Lüftung nutzt dann per Wärmetauscher die warme Abluft, um von außen zugeführte Frischluft damit anzuwärmen. Die Heizung muss dadurch weniger arbeiten und verbraucht entsprechend weniger Energie.

Wie sieht in Ihren Augen der Heizungsstandard der Zukunft aus?

Sattelberger: Schon jetzt ist deutlich zu erkennen, dass sich die Wärmepumpe zum neuen Heizungsstandardsystem auf dem Markt entwickelt. Eine Wohnraumlüftung ist eine kongeniale Ergänzung zur Wärmepumpe. Wenn es draußen richtig kalt wird, lässt die Effizienz der Wärmepumpe nach, die Effizienz der Wärmerückgewinnung der Wohnraumlüftung aber nimmt zu. Sie kann dann mit ihrem Wärmetauscher bis zu 90 Prozent der Wärmeenergie aus der Abluft auffangen und erreicht so nachweislich äquivalente Leistungszahlen in einem Bereich von etwa 11 bis 25. Abwärmenutzung ist daher ebenso hoch zu einzuschätzen wie erneuerbare Energien. Insbesondere in der dunklen und windarmen Winterzeit trägt so die Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung als Komplementärsystem von Wärmepumpen zur Entlastung des Stromnetzes bei.

>> Lesen Sie dazu auch folgenden Fachartikel von Herrn Sattelberger:
„Es gibt keinen Grund, Abwärmenutzung niedriger zu bewerten als erneuerbare Energien"

Das Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden ITG vergleicht anschaulich Leistungszahlen von Wärmerückgewinnung mit Leistungszahlen COP von Wärmepumpen.
Eine Studie des Instituts für Technische Gebäudeausrüstung Dresden (iTG) vergleicht anschaulich Leistungszahlen von Wärmerückgewinnung mit Leistungszahlen COP von Wärmepumpen. - © Strategiepapier „Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung als nachhaltige Schlüsseltechnologie zur Erreichung der Klimaziele“, Institut für Technische Gebäudeausrüstung, Dresden

Wie viel Platz muss man denn beim Neubau für eine Wohnraumlüftung einplanen? Da wird es doch sicher eng im Technikraum, oder?

Sattelberger:
Da gibt es ganz schlanke Lösungen. Die Rohrleitungen lassen sich direkt in der Betondecke verlegen. Das PPR-Rundrohr von Pluggit zum Beispiel hat nur eine minimale Aufbauhöhe von 53 mm. Da braucht man die Decke nicht nochmal extra abzuhängen. Und was den Technikraum angeht, sind unsere Lüftungsgeräte alle so kompakt dimensioniert und flexibel einbaubar, dass sich immer ein Platz dafür findet. Das System PluggPlan passt auch in die Vorwandinstallation hinter dem WC.

>> Immer up to date mit News aus der Branche sein? Abonnieren Sie unsere Newsletter: Ob wöchentliche Übersicht, Planer*innen-Newsletter oder Sanitär-Trendletter – mit uns bleiben Sie informiert! Hier geht’s zur Anmeldung!

Gibt es so eine Lösung auch für die Sanierung und Renovierung?

Sattelberger: Natürlich! In diesem Fall ist unsere dezentrale Wohnraumlüftung der Serie iconVent genau das Richtige. Dafür müssen nicht mal Rohre verlegt werden, es genügt schon eine kleine Kernbohrung durch die Außenwand. Zudem sind unsere neuen einheitszentralen Komfort-Wohnraumlüftungsgeräte „PluggEasy“ kurzfristig verfügbar. Dieses leistungsstarke System ist modular und flexibel aufgebaut und kann zum Beispiel per Smartphone ortsunabhängig gesteuert werden, auf Wunsch auch mit Entalphietauscher. Komfortabler geht’s nicht!
Pluggplan
Mit 18 cm Tiefe passt das Lüftungssystem PluggPlan einfach in Vorwandinstallationen - © Pluggit