Solange die neuen Förderungen nicht fixiert sind, steht der notwendige Heizungstausch. Ist der Wärmemarkt nachfrageseitig zu einem Fördermarkt geworden?
Bruckner: Dass es immer wieder zu einem politischen Zickzack-Kurs und zu Förderpausen kommt, macht es den Betrieben schwer. Das Schicksal der einst erfolgreichen deutschen Solarindustrie ist ein warnendes Beispiel, deren Niedergang wurde vor rund einem Jahrzehnt durch geänderte Förderbedingungen eingeleitet. Mir persönlich schwebt daher ein gänzlich anderes Fördersystem in Form eines „Lebenskontos“ vor. Nehmen wir an, jede Österreicherin und jeder Österreicher bekäme 300.000 Euro an steuerfreien Leistungen. Die können sie für unterschiedlichste Leistungen in Bereichen wie Energieeffizienz, Dekarbonisierung oder Digitalisierung einlösen. Die Förderziele definiert die Politik. Wie sie oder er diese umsetzt, entscheidet jede und jeder für sich mithilfe dieses Lebenskontos. Jede Förderung ist letztlich ein Steuererlass. Warum also stattdessen nicht einfach die Steuer streichen und den undurchsichtigen Förderdschungel bereinigen? Auch die Schattenwirtschaft würde damit weniger.