Einsparpotenziale in Gebäuden : Tipps für die Trinkwasserinstallation
Dr. Peter Arens, Hygienespezialist bei Schell
- © SCHELL GmbH & Co. KGNeubauten: Dimensionierung der Trinkwasser-Installation
Rohre mit geringen Abmessungen sind kostengünstiger als solche mit großen Durchmessern – und enthalten weniger Trinkwasser, das in Phasen von Nutzungsunterbrechungen ausgespült werden muss. Auf dieser Basis lassen sich im Neubau enorme Einsparungen bei Investitions- und Betriebskosten erzielen. Und da die verringerten Rohrquerschnitte auf den geringeren Literleistungen der Entnahmestellen beruhen, sie also skaliert reduziert wurden, sind Versorgungssicherheit und Hygiene wie bisher sichergestellt. Jedoch zu deutlich reduzierten Investitions- und Betriebskosten – über die nächsten 50 Jahre. So verringern sie den Materialeinsatz bei Rohren und Fittingen um bis zu 40 Gewichtsprozent, wobei auch der Wasserinhalt und -gebrauch um bis zu 40 Prozent sinkt. Letzteres minimiert auch den Energieeinsatz bei der Warmwasserbereitung und -nutzung.
>>> Im Detail: Wassersparen durch Dimensionierung der Trinkwasser-Installation
Dank intelligenter Sensorsteuerung sparen elektronische Waschtisch-Armaturen von Schell bis zu 70 Prozent Wasser und Energie vor allem in hochfrequentierten öffentlichen Bereichen ein. Die berührungslose Auslösung minimiert die Übertragung von Schmierinfektionen und automatisierte Stagnationsspülungen unterstützen beim Erhalt der Trinkwassergüte.
- © SCHELLBestandsbauten: Wassermenge an Entnahmestellen reduzieren
Im Bestand lautet die grundlegende Frage: Wird der bestimmungsgemäße Betrieb eingehalten? Wenn Wassermenge und Nutzungsfrequenz darüber liegen, sind Sparmaßnahmen problemlos möglich: D. h. bestehende Armaturen können mit wassersparenden Strahlreglern ausgestattet werden. Auch berührungslose Armaturen senken durch die Abschaltautomatik nachhaltig den Wasserverbrauch. Beispiel-Bereiche mit hohen Einsparpotenzialen im Bestand sind öffentliche Sanitärbereiche von etwa Flughäfen oder Rathäusern. Dort sind Armaturen täglich zahlreichen Nutzungen ausgesetzt. Damit ist der bestimmungsgemäße Betrieb der Trinkwasserinstallation auch dann gegeben, wenn es sich um alte, überdimensionierte Leitungen handelt. Wassersparen ist hier daher ohne Gefährdung der Trinkwasserhygiene möglich und hat einen besonders hohen Effekt.
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Anders verhält es sich überall dort, wo Armaturen wenig genutzt werden, wie zum Beispiel in Patienten- oder Bewohnerzimmern von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Hier hat die Sicherstellung der Trinkwasserhygiene oberste Priorität – noch vor dem Gedanken des Wassersparens. Mittels Strahlregler mit einer höheren Literleistung als 5 l/min. erhöht man den Wasserwechsel pro Nutzung und erreicht wieder das ursprünglich zugrunde gelegte Maß. An der Wasserrechnung sieht man dies kaum: Herr Dr. med. Döhla, Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz stellt im Rahmen einer Studie fest: Ca. 9 Prozent des Wassergebrauchs eines Krankenhauses entfallen auf die Patientenzimmer.
Automatisierte Stagnationsspülungen: Effiziente Trinkwasserhygiene
In Bereichen mit geringer Nutzung wie in Senioren- und Gesundheitseinrichtungen muss der bestimmungsgemäße Betrieb durch manuelle oder automatisierte Stagnationsspülungen erhalten werden. Dabei sind automatisierte Spülungen im Vergleich zu händisch durchgeführten deutlich effizienter und wassersparender. Automatisiert spülende Armaturen führen, im besten Fall vernetzt zu intelligenten Systemen wie dem Wassermanagement-System SWS von Schell, Stagnationsspülungen automatisiert und mit dem geringstmöglichen Wasserverbrauch durch.
Wassersparen und Trinkwasserhygiene erfolgreich aufeinander abstimmen
Ein bewusster Umgang mit unserem Trinkwasser sowie der Einsatz wassersparender Ansätze bei der Planung und dem Betrieb von Trinkwasserinstallationen unter Verwendung von bewährten Technologien sind entscheidend, um den Wasserverbrauch nachhaltig zu reduzieren, ohne die Trinkwasserhygiene zu gefährden. Als Vorreiter im Bereich wasser- und energiesparender Sanitärtechnologien bietet Schell ein breites Portfolio an effizienten manuellen und elektronischen Armaturen mit Wassersparmöglichkeiten, Verbrühungsschutz sowie Hygienespülungen. Zusätzlich können diese via SWS vernetzt werden, um Wassersparen und Hygiene optimal auszubalancieren.
Auf einen Blick: Einspar-Tipps für Trinkwasserhygiene in öffentlichen Gebäuden
- Neubau: Trinkwasserinstallationen möglichst klein dimensionieren. Durch wassersparende Einrichtungen sind Einsparungen von mehr als 20 Prozent bei den Investitionskosten möglich, ohne die Trinkwasserhygiene zu gefährden. Dies reduziert den Wassergebrauch und die Energiekosten im Warmwasser über die nächsten 50 Jahre
- Bestand …
- … in hoch frequentierten Bereichen kann mit wassersparenden Strahlreglern gearbeitet werden – aber
- … bei unzureichender Nutzung von Entnahmestellen wie in Patienten- und Bewohnerzimmern ist jedoch das Gegenteil sinnvoll: Die Erhöhung des Wasserwechsels mittels Strahlreglern von 8 bis 10 l/min.
- Bei zeitweiser Nutzungsunterbrechung: Simulation des bestimmungsgemäßen Betriebs mittels Stagnationsspülungen.
- Reduzierung der Betriebskosten: Elektronische, berührungslose Armaturen an Waschtischen, in Duschen, WCs und Urinalen sind wassersparend, hygienisch und können mit Wassermanagement-Systemen SWS für noch mehr Komfort vernetzt werden.