Solarthermie : Gasokol ist insolvent
Das oberösterreichische Unternehmen Gasokol hat Insolvenz angemeldet.
- © h_lunke - stock.adobe.comDie Gasokol GmbH mit Sitz im oberösterreichischen Saxen ist insolvent. Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) berichtet, hat das auf Solarthermie spezialisierte Unternehmen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Landesgericht Linz eingebracht hat. Das Verfahren wurde am 15. April 2026 als Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Insolvenzverwalterin ist die Linzer Rechtsanwältin Elisabeth Huber.
Das 1981 gegründete Unternehmen ist in der gebäudetechnischen Branche gut bekannt, nicht zuletzt ist der geschäftsführende Gesellschafter Ronald Gattringer Präsident des Verbands Austria Solar. Operativer Schwerpunkt von Gasokol ist die Entwicklung und Produktion solarthermischer Komponenten sowie auf der Planung, Umsetzung, Inbetriebnahme und Wartung von Solaranlagen. Neben der Herstellung umfasst das Leistungsspektrum vor allem projektbezogene Lösungen für Wohnbau, Landwirtschaft, kleinere und mittlere Wärmenetze sowie ausgewählte industrielle Anwendungen. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 17 Mitarbeitende.
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Schwieriges Marktumfeld für Solarthermie
Die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens sei über viele Jahre hinweg stabil gewesen – bis einschließlich des Geschäftsjahres 2022 wurden laut AKV quasi durchwegs positive Ergebnisse erzielt. In den Folgejahren sei es jedoch zu einer spürbaren Verschlechterung der Ertragslage gekommen.
Als Grund wird ein schwieriges Marktumfeld benannt. Besonders belastend hätten sich dabei die unbeständige Nachfragesituation, der Rückgang relevanter Marktsegmente, eine kapitalintensive Projektabwicklung sowie der damit verbundene hohe Bedarf an laufender Finanzierung ausgewirkt. Zusätzlich sei es immer wieder zu zeitlichen Verschiebungen von Aufträgen gekommen, da Investitionsentscheidungen von Kundenseite zurückgestellt wurden. Zur Stabilisierung wurden bereits Maßnahmen zur Kostenreduktion gesetzt, unter anderem im Personalbereich. Parallel dazu führte die Geschäftsführung laut AKV-Info auch Gespräche mit potenziellen Investoren, bei denen es letztlich zu keiner Einigung kam.
Fortführung des Betriebs geplant
Im Eröffnungsantrag ist von Verbindlichkeiten in der Höhe von rund 2,6 Millionen Euro die Rede. Auf der Aktivseite verfügt die Gesellschaft laut AKV über betrieblich genutzte Liegenschaften am Standort Saxen, die jedoch pfandrechtlich belastet ist. Darüber hinaus sind eine betriebliche Infrastruktur, Produktionsanlagen, Lagerbestände sowie technisches Know-how vorhanden.
Laut den Auskünften im Eröffnungsantrag soll das Unternehmen fortgeführt werden, zudem liege ein umfangreicher Auftragsbestand vor. Insbesondere stehe die mögliche Vergabe eines größeren Projekts im Raum, welches als Grundlage für eine Fortführung dienen soll. Der aktuell vorgelegte Sanierungsplanantrag erfüllt das gesetzliche Mindesterfordernis: Die Insolvenzgläubiger*innen erhalten auf ihre Forderungen eine 20 %ige Quote, zahlbar binnen 24 Monaten ab Annahme des Sanierungsplans.