Projekt SanierungsPLUS : Nachhaltige Gebäudesanierung: Online-Schulungsprogramm für kritische Phasen
Das kostenlose Online-Schulungsprogramm aus dem von der EU geförderten Forschungsprojekt SanierungsPLUS bietet kompakte, praxisorientierte Unterstützung für die Gebäudesanierung.
- © SanierungsPLUSDie Technologien für nachhaltige Gebäude sind längst vorhanden und – noch viel wichtiger – sie sind effizient, praxistauglich und wirtschaftlich. Dem ist sich das Forschungsinstitut und Ingenieurbüro e7 sicher. Trotzdem scheitern viele Sanierungsprojekte an der erfolgreichen Umsetzung. Der Grund liegt oft nicht an der Technik, sondern an den Planungs-, Entscheidungs- und Abnahmeprozessen.
Wird nach Credos wie „unsere Planer*innen machen das schon – Nachhaltigkeit ist ohnehin mitgedacht", oder „Technologien für Nachhaltigkeit sind noch nicht ausgereift und teuer" verfahren, übernimmt niemand aktiv die Verantwortung für zukunftsfähige Gebäude – und wertvolle Chancen bleiben ungenutzt.
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Unterstützung in kritischen Projektphasen
Ob ein Gebäude nachhaltig ist – ökologisch, ökonomisch und sozial – entscheidet sich nicht erst im Betrieb, sondern bereits in der frühen Projektvorbereitung. Genau dort setzt das neue, kostenlose Online-Schulungsprogramm aus dem von der EU geförderten Forschungsprojekt SanierungsPLUS an. Es richtet sich an Projektverantwortliche auf Auftraggeberseite – insbesondere an Hochbauabteilungen von Städten und Gemeinden – und bietet kompakte, praxisorientierte Unterstützung durch 15 bis 20 Kurzvideos sowie zahlreiche Zusatzmaterialien zum Download. Darin werden jene Stellschrauben aufgezeigt, an denen frühzeitig angesetzt werden kann – oft durch kleine, aber wirkungsvolle Anpassungen.
Das Schulungsprogramm nimmt dabei die "kritischen Phasen" eines Projekts systematisch in den Fokus. Für die Vorbereitungs-, die Planungs- sowie die Abnahme- und Übergabephase werden in den Videos und Downloads Hintergrundinformationen, Qualitätskriterien und/oder Ausschreibungstexte rund um die Vorbereitungs- und Strategiephase, die Planungsphase und die Qualitätssicherung von der Planung bis in den Betrieb zur Verfügung gestellt.
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1. Vorbereitungs- und Strategiephase
- Nachhaltigkeitskriterien definieren: Labels können als Basis dienen, müssen aber an die spezifischen Anforderungen im Gebäude angepasst werden - insbesondere in Bezug auf die Gebäudetechnik, da diese bei allen Labels nur oberflächlich behandelt wird.
- Machbarkeitsstudien für die Energieversorgung und/oder Sanierungsmöglichkeiten: Nicht nur für Raum- und Funktionsprogramme, sondern auch für Energie- und Technikkonzepte ist es sinnvoll, vor der eigentlichen Planung die vorhandenen Möglichkeiten zu prüfen. So basieren alle Folgeplanungen bereits auf geprüften Gegebenheiten und es werden z.B. in Wettbewerben eher realisierbare Lösungen abgegeben.
- Klimawandelanpassung und Grün-Blaue-Infrastruktur. Durch den Klimawandel steigt die Wahrscheinlichkeit von Hitze, Trockenheit, Starkregen und Stürmen, an welche der Bestand angepasst werden muss.
- Leistungsbilder und Verträge anpassen: Nachhaltigkeitsziele müssen vertraglich fixiert werden und sich in den Leistungsbildern wiederfinden – idealerweise so, dass Auftraggebende und Planende das gleiche Bild von Zielen und Leistungen haben.
- Wettbewerbsverfahren aufwerten: Nachhaltigkeitskriterien sollten frühzeitig und transparent in die Bewertung einfließen – insbesondere solche, die später nur schwer oder teuer umzusetzen sind.
2. Planungsphase
- Fundierte Entscheidungsgrundlagen schaffen: Variantenstudien sind Grundleistungen, deren Informationsgehalt jedoch erweitert werden muss, damit Entscheidungen für langfristig sinnvolle Investitionen getroffen werden können.
- Statt Investitionskosten müssen Lebenszykluskosten, ökologische Auswirkungen, Komfort, ggf. Umsetzbarkeit in Phasen und soziale Faktoren wie z.B.: Staub, Lärm, Vibrationen und Leistbarkeit in den Variantenstudien betrachtet werden.
- Technik bedarfsgerecht auslegen: Gerade bei der Planung von Haustechnik anhand von gängigen Normen passiert es, dass die Gebäudetechnik weit überdimensioniert wird, und somit sehr teuer und komplex ist. Moderne Planungswerkzeuge, wie die Gebäude- und Anlagensimulation oder die Betriebsfälle-Analyse, ermöglichen eine bedarfsgerechte Auslegung von Anlagen.
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3. Qualitätssicherung von der Planung bis in den Betrieb
- Nachhaltigkeitsziele kontrollieren: Eine einmalige Definition von Zielen reicht nicht aus, um ein nachhaltiges Gebäude zu erhalten. Entscheidend ist die Überprüfung der Ziele bei allen Planungsmeilensteinen, in der Ausführungshase und bei der Abnahme.
- Monitoring einführen: Ein technisches Monitoring bereits vor der Übergabe ermöglicht die frühzeitige Erkennung und Behebung von (versteckten) Mängeln und versetzt das Betriebspersonal in die Lage, die Technik rasch zu verstehen und effizient zu nutzen.
Über das Projekt
- Projekt: IncorporatEE, in Österreich bekannt unter SanierungsPLUS
- Gefördert aus den Mitteln des EU-Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020
- Forschungsprojektseite: www.sanierungsplus.at mit Link zum Schulungsprogramm
- Projektpartner: e7 GmbH, SIR, Stadt Villach, Stadt Salzburg
Das Schulungsprogramm entstand aus dem vierjährigen Horizon 2020-Forschungsprojekt IncorporatEE (in Österreich bekannt unter SanierungsPLUS), in dem Planungs- und Bauprozesse der Städte Villach und Salzburg systematisch analysiert und optimiert wurden. In realen Projekten wurden die neuen Methoden getestet, vom angepassten Leistungsbild über verschiedene innovative Ingenieurleistungen und Qualitätssicherungswerkzeuge bis hin zur qualitätsgesicherten Abnahme mit dem technischen Monitoring.