Heizungsmarkt Österreich 2025 : Studie zeigt, womit Mehrfamilienhäuser tatsächlich heizen
Energieträgeranteile im Mehrfamilienhausbestand in Europa
- © TechemTechem, Serviceanbieter für Energie- und Gebäudemanagement, präsentiert erstmals eine umfangreiche Datenerhebung zur Wärmeversorgung im österreichischen Mehrfamilienhaus-Bestand. In seinem jährlichen Atlas für Energie, Wärme & Wasser bringt das Unternehmen konkrete Zahlen zur Wahl von Energieträgern im europäischen Vergleich sowie auf Bundesländerebene zum Vorschein – erstmals auch für Österreich.
Dafür wurden Verbrauch sowie Kosten für Heizung und Warmwasser aus rund 250.000 österreichischen Wohnungen in rund 13.000 Mehrfamilienhäusern ausgewertet und mit Daten aus insgesamt neun anderen europäischen Ländern – Deutschland, Tschechien, Polen, Slowakei, Ungarn, Italien, die Schweiz und die Niederlande – verglichen. „Der Atlas unterstreicht die Bedeutung klimafreundlicher Maßnahmen in der Wärmeversorgung und zeigt Potenziale auf, um den Umstieg auf emissionsarme Energieträger für Verbraucher*innen zu erleichtern“, betont Techem Austria Geschäftsführer, Karl Moll.
Denn: Österreich heizt immer noch vorwiegend mit fossilen Brennstoffen wie Erdgas und Heizöl, ähnlich wie Deutschland, die Schweiz und die Niederlande. Im Gegensatz dazu dominiert in Tschechien, Dänemark, Ungarn und Polen Fernwärme (Wärmenetze) mit Anteilen von über 90 Prozent. Beim Blick auf den Anteil erneuerbarer Energien wie etwa Holz belegt Österreich im europäischen Vergleich allerdings die Spitzenposition.
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Drei Viertel heizen fossil
In Österreich gibt es einen breiten Mix an Energieträgern: Erdgas (42,1 Prozent), Fernwärme (39,7 Prozent), Heizöl (11,9 Prozent), Holz (5,1 Prozent) und Strom (1,1 Prozent). 78,4 Prozent der österreichischen Mehrfamilienhäuser heizen mit fossilen Energieträgern. „Im Vergleich liegt Österreich damit rund neun Prozentpunkte unter dem Wert von Deutschland (87 Prozent), bleibt aber auf hohem Niveau und bietet somit noch hohes Potenzial für die Verbesserung der Öko-Bilanz der Gebäude“, erläutert Arne Kähler, Leading Expert des Techem Research Institute on Sustainability (TRIOS).
Positiv sticht hervor, dass die Fernwärme in Österreich niedrige Emissionsfaktoren aufweist – was nahelegt, dass für die Erzeugung bereits auf regenerative Komponenten wie beispielsweise Bio-Methan zurückgegriffen wird. Die Verbräuche beim Energieträger Strom weisen in Österreich zudem darauf hin, dass neben Wärmepumpen auch Direktheizungen eingesetzt werden sowie Kälteerzeugung enthalten sein kann.
>> Noch mehr Daten zu den Heigewohnheiten in Österreich gibt es hier grafisch aufbereitet!
Bundesländervergleich zeigt regionale Heizmuster
Betrachtet man die Ergebnisse in den Bundesländern, so zeigen sich deutliche Unterschiede:
- In Vorarlberg (70,1 Prozent), Wien (62,4 Prozent), dem Burgenland (57,1 Prozent) und Tirol (48,3 Prozent) wird besonders viel Erdgas genutzt,
- während in der Steiermark (60,8 Prozent), Oberösterreich (60 Prozent), Kärnten (59,4 Prozent) und Salzburg (48,1 Prozent) die Fernwärme überwiegt.
- In Niederösterreich sind die Anteile von Erdgas (42,2 Prozent) und Fernwärme (39,9 Prozent) ausgeglichen.
- Heizöl kommt vorwiegend noch in Tirol (20,1 Prozent), Kärnten (17 Prozent) und Salzburg (10 Prozent) zum Einsatz,
- während Holz im Burgenland (14,3 Prozent) und Niederösterreich (11,8 Prozent) eine Rolle spielt.
- Strom ist – wie auch in der Auswertung für Gesamtösterreich – mit Ausnahme von Wien innerhalb der Bundesländer der am wenigsten genutzte Energieträger.
30 Prozent der Heizungsanlagen im Gebäudebestand sind bereits heute für Wärmepumpen geeignet, mit Heizkörpertausch sogar 60 Prozent.Karl Moll, Techem
Wärmepumpen hoch im Rennen
Ökologisches Heizen ist möglich und muss nicht automatisch mit großem Aufwand einhergehen. Moll dazu: „Mit gezielten Investitionen und dem Engagement aller Beteiligten kann die Nutzung fossiler Energieträger in österreichischen Mehrfamilienhäusern deutlich reduziert werden." Praktische Lösungsansätze biete etwa der Umstieg auf Wärmepumpen. „Wärmepumpen nehmen eine Schlüsselrolle auf dem Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung ein. 30 Prozent der Heizungsanlagen im Gebäudebestand sind bereits heute für Wärmepumpen geeignet, mit Heizkörpertausch sogar 60 Prozent“, bekräftigt der Techem Austria Geschäftsführer.
>> Sanierung: Wärmepumpen-Praxistalk für Mehrfamilienhäuser
Beim effizienten Umgang mit Energie ist die Digitalisierung ein wesentlicher und bestimmender Faktor. Die Möglichkeit, den Energieverbrauch laufend einzusehen und gegenzusteuern, gibt den Verbraucher*innen individuellen Spielraum für nachhaltiges Handeln mit den verschiedenen Energieressourcen“, so Moll. Aktuell sind rund 82 Prozent der Techem-Messgeräte in Österreich fernauslesbar. Damit liegt Österreich zwar gut, aber noch hinter Ländern wie den Niederlanden oder Frankreich. Mit Jahresbeginn 2027 ist die flächendeckende Fernablesbarkeit aller Geräte nach dem Bundes-Energie-Effizienzgesetz (EEffG) vorgeschrieben, wenn eine Umrüstung kosteneffizient ist. Das bedeutet wiederum, dass der zu erwartende finanzielle Nutzen aus den Einsparungen höher ist als die Kosten für die individuelle Verbrauchserfassung.
Über den Techem Atlas für Energie, Wärme & Wasser
Der Techem Atlas für Energie, Wärme & Wasser analysiert den Energieverbrauch, die Emissionen und die Digitalisierung in den von Techem betreuten Liegenschaften. Die Analyse wird in Deutschland seit 1998/99 veröffentlicht und analysiert Verbrauchsdaten, Trends und Einsparpotenziale, die sich sowohl an Hausverwaltungen als auch Eigentümergruppen richten.
Die aktuelle Analyse für Österreich stützt sich auf Daten aus dem Jahr 2024, die anonym aus Verbrauchsabrechnungen von rund 250.000 Wohnungen in 13.000 Mehrfamilienhäusern erhoben wurden. Um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zwischen den Ländern sicherzustellen, wurde nicht die Gesamtheit der von Techem betreuten Wohnungen ausgewertet, sondern ausschließlich Daten anonymisiert erhoben, die festgelegten, einheitlichen Kriterien entsprachen.