Frauenthal Handel : 1a-Installateure: Jetzt auch mit ÖAG

Die Nähe der 1a-Installateure zur SHT war nicht nur Tradition, sondern hatte auch einen handfesten wirtschaftlichen Background: Denn während die Umsätze, die ein 1a-Installationsbetrieb mit der SHT machte, sehr wohl für den Marketing-Kostenzuschuss zählte, waren ÖAG-Umsätze bisher davon ausgeschlossen. Seit SHT und ÖAG unter dem Dach der Frauenthal Handel zusammengehören und zunehmend enger zusammenwachsen, war das zunehmend ein Anachronismus. 

>>> Frauenthal Expo: "Wir sind das Original", sagt Robert Just

Mit 1. Jänner 2026 ist das nun Geschichte: Alle Umsätze, die mit der Frauenthal-Handelsgruppe gemacht werden, zählen nun gleichermaßen, verkündete COO Robert Just am Eröffnungstag der Frauenthal Expo 2026. Der Hintergrund dafür sind auch die Strukturänderungen, die innerhalb des führenden Großhändlers im Vorjahr angestoßen wurden, und die das Verschmelzen der beiden Gebäudetechnik-Marken SHT und ÖAG immer weiter vorantreiben. 

>> Sie wollen immer am Laufenden sein, wenn in der TGA-Branche etwas passiert? Abonnieren Sie unseren TGA-Newsletter und bleiben Sie informiert! Hier geht’s zur Anmeldung!

Robert Just Frauenthal
Robert Just, COO Frauenthal Handel, treibt die Integration von SHT und ÖAG weiter voran. - © Frauenthal/Klimpt_Sabine

Patrick Lenhart: Mitgliederzuwachs in Kärnten, Vorarlberg und der Steiermark

1a-Geschäftsführer Patrick Lenhart sieht darin aber keine wesentliche Änderung für die Mitglieder der Marketinggemeinschaft. Denn schon bisher war es für die Installationsbetriebe selbstverständlich, nicht ausschließlich bei einem Großhändler zu kaufen, sondern zwei bis drei Lieferanten zu beauftragen. Neu ist lediglich, dass sich ab sofort auch Aufträge an die ÖAG für den 1a-Marketingtopf auszahlen, in den bisher neben den Industriepartnern nur die SHT einzahlte, die ÖAG eben nicht: Er sieht darin einen Vorteil für die 1a-Gemeinschaft, ohne dass damit irgendein Nachteil einhergehen würde.

>>> Neues Leitbild der 1a-Installateure: Mehr Fokus auf Fachkräfte

Dass die Zahl der potenziellen Mitgliedsbetriebe für die 1a-Marketinggemeinschaft damit deutlich größer wird, weil erstmals auch reine ÖAG-Kunden sinnvollerweise der 1a-Gruppe beitreten können, ist für Lenhart kein relevanter Faktor: "Es ist nicht unser Ziel, groß zu wachsen." Denn die Zahl der 1a-Mitgliedsbetriebe sei seit vielen Jahren konstant bei etwa 160, mit sehr geringer Fluktuation. Potenzial in Österreich sieht er für höchstens 180 bis 190 Mitglieder, da ja die benachbarten 1a-Installateure dem Beitritt eines neuen Betriebs zustimmen müssen. Vor allem in Ostösterreich sei die 1a-Gruppe sehr gut aufgestellt, alleine in Wien sind 36 Betriebe dabei. 

>>> Judo erhält 1a-Industrie-Award

Lediglich in Kärnten, Vorarlberg und der Steiermark sieht der 1a-Geschäftsführer noch "weiße Flecken". Aber auch hier werde man keine große Kampagne fahren, sondern weiterhin gezielt mit einzelnen Installationsbetrieben sprechen - egal ob sie eine SHT-Kundennummer haben oder bevorzugt bei der ÖAG kaufen.

Patrick Lenhart
1a-Geschäftsführer Patrick Lenhart: "Weiße Flecken" lediglich in Kärnten, Vorarlberg und der Steiermark - © Frauenthal

Strukturwandel bei der Frauenthal geht weiter

Die 1982 gegründete 1a-Marketinggemeinschaft war ursprünglich nahe beim damaligen Großhändler Kucharik und bei der späteren Pinguin-Gruppe angesiedelt. Mit der Umfirmierung zur SHT nach der Übernahme durch die Frauenthal blieb diese Nähe bestehen und überdauerte auch den Kauf der ÖAG durch die Frauenthal im Jahr 2014 sowie alle bisherigen Integrationsschritte der beiden Marken unter dem Dach der Frauenthal Handelsgruppe.

>>> Robert Just: Ein "Zentralist" übernimmt

Robert Just macht als COO nun Schluss mit diesem Anachronismus. Dafür wurde Florian Bouchal in den Vorstand der Frauenthal geholt. Als CSO hat er die Aufgabe, Zweigleisigkeiten zu bereinigen und eine schlagkräftige Großhandelsstruktur umzusetzen. So wurde die Kundenbetreuung erstmals nicht unter dem Dach Marken, sondern unter spezifischen Kundenmerkmalen neu aufgeteilt. 

>>> Florian Bouchal landet an der Frauenthal-Spitze

Alexander Schmeikal ist für das Projektgeschäft verantwortlich und sorgt dafür, dass große Installateure, Anlagenbauer und andere Key Accounts die entsprechende Betreuung für große Projekte durch die Frauenthal-Berater*innen bekommen. Für die Profiinstallateure, also alle Kunden im Tagesgeschäft, ist Martin Haas verantwortlich. 

Auch hier löst sich hinter den Kulissen die Trennung in SHT- und ÖAG-Teams immer weiter auf: Bei der Frauenthal-Expo 2026 waren erstmals Außendienstmitarbeitende anzutreffen, die beide Markenlogos auf dem Hemdkragen tragen. Damit einher ging auch eine Umfirmierung, die dafür sorgt, dass SHT und ÖAG nur mehr als Marken unter dem Frauenthal-Dach zu sehen sind, aber nicht mehr als selbstständig handelnde Gesellschaften agieren.

Erster Ansprechpartner für die 1a-Gruppe ist daher nun die gesamte Frauenthal-Gruppe und nicht mehr nur die SHT-Hälfte: Eine letztlich logische Folge des Zusammenrückens der beiden Marken.

Das Frauenthal-Vorstandstrio: Robert Just, Erika Hochrieser und Florian Bouchal (v.l.n.r.)
CSO Florian Bouchal (re.) steht für die Strukturänderung der Frauenthal Handel: Auf der Frauenthal Exop 2026 erstmals im Dreiervorstand mit CEO Erika Hochrieser und COO Robert Just. - © Frauenthal/KLAUS PROKOP