Bilanz 2024 : Austria Email meldet Umsatzeinbruch
Martin Hagleitner, CEO Austria Email
- © Austria Email AG / APA-FotoserviDer Hersteller von Heizungs- und Warmwassersystemen Austria Email hat seine Geschäftszahlen für 2024 präsentiert – auch das heimische Traditionsunternehmen aus Knittelfeld musste wirtschaftliche Einschnitte wegstecken. Während der Umsatz in Österreich stabil gehalten wurde, war Austria Email vor allem von einer rückläufigen Nachfrage in den Exportmärkten betroffen. Allein in Deutschland ist der Heizungsmarkt etwa um 50 Prozent eingebrochen. Der Jahresumsatz verringerte sich dadurch – nach acht Jahren mit kontinuierlichen Umsatzsteigerungen – von 128,5 Mio. Euro 2023 um 28,7 Prozent auf 91,7 Mio. Euro 2024. Das erwirtschaftete Betriebsergebnis von Austria Email lag 2024 bei 4 Mio. Euro. Der Umsatz der Austria Email-Gruppe inklusive der 100%-Töchter Austria Email GmbH und Thermic Energy in Deutschland reduzierte sich von 197,2 Mio. Euro 2023 auf 140,6 Mio. Euro 2024.
Um sich der anhaltenden Rezession und der Konjunkturschwäche entgegenzustellen, will Austria Email 2025 weiter auf Effizienzsteigerungen, Marktdurchdringung, Digitalisierung und Innovationen fokussieren. „Mit Lösungen 'Made in Europe' tragen wir dazu bei, die CO₂-Emissionen im Gebäudesektor und Betriebskosten massiv zu senken, sowie die EU-Klimaziele 2030 zu erreichen, bei deren Verfehlen Strafzahlungen in Milliardenhöhe drohen", erklärt Martin Hagleitner, CEO der Austria Email AG sowie Groupe Atlantic Konzerngeschäftsführer DACH-Region und ausgewählte CEE-Märkte.
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Vorsichtiger Optimismus für 2025
Fehlende Reformen und Zuversicht dämpfen die Wachstumserwartungen des Unternehmens für 2025. Austria Email beklagt den Abwärtstrend des Wirtschaftsstandorts Österreich, zum Beispiel aufgrund der gestiegenen Lohnstück- und Energiekosten. Gleichzeitig signalisieren eine Entspannung im Immobilen- und Baubereich, sinkende Zinsen und gestiegene Ersparnisse der Haushalte in Verbindung mit dem hohen Bestand an überalterten und ineffizienten Heiz- und Warmwassersystemen eine Tendenz zur Erholung. „Wenn dann auch die Politik für Konsumenten und Unternehmen durch Reformen endlich die nötige Planungs- und Investitionssicherheit schafft, kann es zu einem echten Aufschwung kommen“, so Hagleitner.
Die Austria Email AG zeigt sich dem Standort Österreich dennoch stark verbunden, etwa durch das Bekenntnis der Eigentümer, auf eine Dividende für 2024 zu verzichten. Der Ruf zur politischen Weichenstellung ist dennoch laut, das Unternehmen hofft auf flankierende Sofortmaßnahmen zur angekündigten Industriestrategie. Auch die Sozialpartner würden im Rahmen der bevorstehenden Gehaltsverhandlungen Verantwortung tragen, einer Abwanderung der Industrieproduktion entgegenzuwirken. Hagleitner erwarte hier, „dass entsprechend maßvolle Abschlüsse zum Durchbrechen der Lohn-Preis-Spirale, und damit zur Sicherung des Standorts und der Wettbewerbs-Chancen im Export, beitragen."
Entscheidend zur Belebung der Investitionsdynamik auf Konsument*innen-Seite sei ein Mix aus Anreizen, Reformen und bürokratischen Entlastungen. „Die inflationäre 'Gießkanne' der letzten zwei Jahre, sowie das erneute Förder-Stop-and-Go sind Gift für die Branche“, kritisiert Hagleitner. Ein wirksames Instrument zur Belebung der Wirtschaft ohne neue Belastungen sieht er in einer umfassenden Sanierungsoffensive: Diese würde gleich mehrfach Lösungen schaffen: „Leistbarer Wohnraum und Entlastung der Haushalte durch geringere Betriebskosten, Impulse für die Wirtschaft und Erhalt von Arbeitsplätzen sowie Schutz von Klima und Lebensraum. Konkrete Vorschläge liegen auf dem Tisch. Alles, was es dazu braucht, ist der politische Wille.“
Neues Wärmepumpen-Leasing
Die gute Nachricht: Den Österreicher*innen wird zunehmend bewusst, dass nachhaltige Heizsysteme und effiziente Warmwasserlösungen in Zeiten steigender Betriebskosten und der Klimakrise eine Investition für die Zukunft sind. „Der nächste Winter kommt bestimmt, daher rate ich dazu, rasch tätig zu werden: Wer seine neue Heizung noch vor dem Herbst in Betrieb nehmen möchte, sollte die freien Kapazitäten der Installateure jetzt nutzen. Das gilt auch für Haushalte mit bewilligter Bundesförderung, damit der Anspruch nicht verfällt“, empfiehlt Hagleitner.
Bei der Finanzierung kommt Austria Email seinen Kund*innen neuerdings mit dem neuen Modell „Leasen statt Kaufen“ entgegen. Auch darüber hinaus stehen für 2025 einige Neuheiten auf dem Programm, etwa bei smarten Elektrospeichern und Fernwärmespeichern, jeweils mit Photovoltaik-Einbindung und neuen digitalen Funktionen. Das Wärmepumpen-Sortiment wird sowohl bei Luftwärmepumpen als auch bei Erdwärmepumpen um eine Generation mit dem umweltverträglichen Kältemittel Propan erweitert. Schlussendlich ist eine neue App für Heizungswärmepumpen aktuell in Entwicklung und soll ab Herbst verfügbar sein.