Förderstopp für thermische Sanierung : Baugewerbe will neue Sanierungsoffensive

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Das Baugewerbe fordert zusätzliche Impulse für bauliche Sanierungsmaßnahmen.

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Es grummelt weiter nach dem Beschluss des Umweltministeriums, die Sanierungsoffensive seit 2. Februar auf den Kesseltausch einzuschränken und damit die Fördergelder für die thermische Sanierung zu kappen. Als ausschlaggebenden Grund nannte das Ministerium die höhere CO₂-Einsparung pro eingesetztem Fördereuro. Dem setzt die Baubranche das Argument entgegen, dass ein Heizkesseltausch in einem unsanierten Haus keine direkten Energieeinsparungen erzielt. 

Auf diesen Zug springt nun auch der Österreichische Baumeisterverband (ÖBV) auf.„Wenn es darum geht, den Energieverbrauch zu senken, führt an Investitionen in die Gebäudesubstanz kein Weg vorbei. Investitionen in neue Heizungstechnologien mögen zwar im Sinne einer Verbesserung der CO₂-Bilanz kurzfristig von Vorteil sein, bringen aber keine substanziellen Energieeinsparungen, wenn nicht auch das Gebäude klimafit gemacht wird", erklärt Obmann Robert Jägersberger. Der Vorschlag des Baugewerbes: Nicht abgeholte Fördergelder des Wohnbau-Pakets sollen stattdessen der baulichen Sanierung gewidmet werden.

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Eine nachhaltige Reduktion des Energieeinsatzes wird nur in einem Gesamtpaket, welches auch die Gebäudesubstanz miteinschließt, zu bewerkstelligen sein.
Robert Jägersberger, ÖBV

"Neue" Sanierungsoffensive

Das Baugewerbe fordert die Nutzbarmachung jener Teile der im Februar 2024 beschlossenen Wohnbau-Milliarde, welche – insbesondere aufgrund der restriktiven Zuschuss-Kriterien – von den Ländern nicht abgeholt wurden bzw. werden. Laut Kurier wurden bis Ende 2025 nur rund 213 Millionen Euro ausbezahlt. Der Verband plädiert dafür, die nicht zur Auszahlung kommenden Mittel für eine neue Sanierungsoffensive zu verwenden, wobei er den Sanierungsbegriff durchaus breiter definieren will.

Anstatt lediglich die Sanierung einzelner Gebäudeteile bzw. der Gebäudehülle zu fördern, sollten umfassende bauliche Sanierungen, etwa von Ortskernen, forciert werden. Jägersberger appelliert, daher Impulse für bauliche Maßnahmen zu setzen: „Der Heizkesseltausch alleine greift hier zu kurz. Eine nachhaltige Reduktion des Energieeinsatzes wird nur in einem Gesamtpaket, welches auch die Gebäudesubstanz miteinschließt, zu bewerkstelligen sein."

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Vorbild Sanierungsscheck

Auch ein Beispiel für eine erfolgreiche Initiative hat der ÖBV parat: Den Sanierungsscheck. Anfang der 2010er Jahre gab er den zuständigen Ministerien den Anlass, um die Hebelwirkungen von Sanierungsförderungen zu beziffern: Pro 100 Millionen Euro Förderung wurde damals ein Investitionsvolumen von 700 Millionen Euro ausgelöst. Ein Investitionsvolumen dieser Größenordnung würden dem Staat Steuerrückflüsse in Höhe von in etwa 180 Millionen Euro bringen und zusätzliche Beitragszahlungen an die Sozialversicherung in Höhe von rund 120 Millionen Euro, rechnet der Verband vor. 

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