Förderung : Sanierungsoffensive: Nur noch Anträge für Kesseltausch möglich

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Die Sanierungsoffensive des Bundes wurde aber heute angepasst.

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Der Bund passt seine „Sanierungsoffensive Neu“, für die Anträge seit November möglich sind, drastisch an. Die Förderschiene basiert auf zwei zentralen Instrumenten: Dem Sanierungsbonus für die thermisch-energetische Sanierung und dem Kesseltausch, mit dem der Umstieg von fossilen Öl- und Gasheizungen auf umweltfreundliche Heizsysteme unterstützt wird. Ab dem 2. Februar, sind jedoch nur noch Anträge für den Kesseltausch möglich.

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Kesseltausch spart mehr CO2 ein

Von 360 Millionen Euro für das Jahr 2026 sind Anfang Februar noch rund 140 Millionen Euro an Mitteln übrig. Das zuständige Umweltministerium gibt nun einen ersten Einblick in die Verteilung der bereits reservierten Mittel: Rund zwei Drittel des Antragsvolumens auf entfallen bisher auf den Sanierungsbonus, nur rund ein Drittel auf den Kesseltausch. Da der Kesseltausch im Vergleich jedoch eine deutlich höhere CO₂-Einsparung pro eingesetztem Euro erzielt, wird die Sanierungsoffensive angepasst. Neue Registrierungen und Förderanträge können nur noch für den Kesseltausch gestellt werden.

Für Umweltminister Norbert Totschnig zeige die Nachfrage, dass die Sanierungsoffensive wirke. In Zeiten knapper Budgets sei es jedoch der Anspruch, die vorhandenen Mittel möglichst effizient auf die CO₂-Einsparung auszurichten: „Deshalb setzen wir mit dem restlichen Jahresbudget einen klaren Schwerpunkt auf den Kesseltausch." Bereits gestellte Förderanträge und Registrierungen bleiben von dieser Anpassung unberührt.

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Positives Feedback zur Anpassung gibt der Österreichische Biomasse-Verband. „Die Kesseltauschförderung ist das ‚Gaspedal‘ der Energiewende. Gerade beim Umstieg von fossil betriebenen Heizungssystemen auf erneuerbare lässt sich eine besonders hohe Fördereffizienz erzielen – dazu zählen neben Pellets-, Hackgut- sowie Scheitholzheizungen und Wärmepumpen auch Biomasse-Nah-/Fernwärmeanlagen“, erklärt Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes. 

Der Forschungsverband der österreichischen Baustoffindustrie sieht in der Förderanpassung ein falsches Zeichen. „Effizienz bedeutet, zuerst die Gebäudehülle zu sanieren sowie den Energieverbrauch zu senken und danach den Heizungstausch umzusetzen. Da im Rahmen der Sanierungsoffensive 2026 noch Mittel vorhanden sind, dürfen investitions- und sanierungsbereite Gebäudeeigentümer*innen nicht auf 2027 vertröstet werden“, appelliert Vorstandsvorsitzender Georg Bursik für eine ausgewogene Mittelverwendung. Ohne Reduktion des Heizwärmebedarfs bleibe jeder Heizkesseltausch nur eine „teure Symptombekämpfung".

Landesförderungen für Sanierung bleiben übrig

Ohne die Bundesförderung für thermische Sanierungen bleibt Haushalten die Förderungen des jeweiligen Bundeslandes übrig. Dabei gibt es enorme Unterschiede, auf die Global 2000 am Beispiel einer typischen umfassenden Einfamilienhaus-Sanierung mit Investitionskosten von 65.000 Euro hinweist: Zum einen gibt es mit Einmalzuschüssen, Förderkrediten und Annuitätenzuschüssen unterschiedliche Formen der Förderung.

Zum anderen gibt es regionale Unterschiede: Für eine beispielhafte Sanierung bietet Tirol etwa einen Einmalzuschuss in Höhe von fast 40 Prozent an. In Kärnten gibt es bis zu 32 Prozent, in Wien bis zu 18 Prozent und in Oberösterreich sind es 12 Prozent. Niederösterreich, Vorarlberg und Burgenland bieten keine Einmalzuschüsse, sondern Kreditfördermodelle. In Salzburg und der Steiermark gibt es aktuell hingegen gar keine Förderung für thermische Sanierungsmaßnahmen. 

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Planungssicherheit sieht anders aus

Folgt man den groben Zahlen, sind in den ersten drei Monaten der Sanierungsoffensive rund 73,3 Millionen an Fördergeldern für den Kesseltausch beantragt worden. Bei maximalen Fördersummen von 6.500 Euro bis 8.500 Euro im Einfamilienhaus und bei Anlagen ab 50 kW im Mehrfamilienhaus durchschnittlich plus 100 Euro pro kW extra ergibt eine Überschlagsrechnung, bisher rund 9.800 Förderanträge für den Kesseltausch. 

Sollte das übrige Budget für das laufende Jahr aufgebraucht werden, könnten rund 18.700 weitere Anträge dazukommen. Gemeinsam käme diese Anzahl den von Totschnig angepeilten 30.000 Kesseltäuschen pro Jahr recht nahe. „Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2040 jährlich rund 80.000 Heizkesseltausche notwendig wären. Davon sind wir mit dieser Maßnahme noch deutlich entfernt", entgegnet Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin von Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ). Ein weiteres Ziel, von dem man sich ebenfalls wieder entfernt: Die von vielen Seiten geforderte Planungssicherheit im Förderwesen.

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