Dekarbonisierung Gebäudebestand : Innung fordert Vorbildrolle der öffentlichen Hand

Anton Berger Bundesinnung

„Wenn wir mit dem eingesetzten Geld möglichst viel CO₂ einsparen wollen, dann ist der Kesseltausch ein starker Hebel", betont Bundesinnungsmeister Anton Berger.

- © Karl Schrotter

Die wirtschaftliche Entwicklung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik zeigt sich nach einer langen Rezession zwar leicht erholt, insgesamt aber weiter zurückhaltend. „Bei vielen Betrieben kommt der Aufschwung noch nicht an. Der Neubaubereich schwächelt weiterhin. Was uns trägt, ist momentan die Sanierung – vor allem der Heizungstausch und im Sanitärbereich“, fasste Bundesinnungsmeister Anton Berger bei einem Pressegespräch im Rahmen der Energiesparmesse Wels zusammen.

Ein Drittel der Bundesgebäude im öffentlichen Eigentum wird laut einer jüngst veröffentlichten Studie von Global 2000 weiterhin fossil beheizt (TGA berichtete). Überhaupt nur 5 Prozent der öffentlichen Gebäude erreichen gute Energiestandards. Berger: „Die öffentliche Hand sollte bei ihren Gebäuden mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, die gesetzlichen Umweltvorgaben und -ziele zu erreichen.“ 

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Die öffentliche Hand sollte bei ihren Gebäuden mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, die gesetzlichen Umweltvorgaben und -ziele zu erreichen.
Anton Berger, Bundesinnungsmeister

Neuausrichtung der Sanierungsoffensive als Chance

Seit der Neuauflage der Sanierungsoffensive Ende November 2025 hat sich laut Umweltministerium gezeigt, dass rund zwei Drittel des Antragsvolumens auf den Sanierungsbonus entfallen und nur rund ein Drittel auf den Kesseltausch. Weil der Kesseltausch im Vergleich deutlich höhere CO₂-Einsparungen pro eingesetzten Euro ermöglicht, wurde die Sanierungsoffensive im Februar angepasst: Neue Förderanträge sind seit Februar 2026 nur mehr für den Kesseltausch möglich.

Aus Sicht der Bundesinnung eröffnet diese Neuausrichtung eine neue Etappe, um durch Heizungsmodernisierungen Treibhausgasemissionen zu verringern und die Energieeffizienz von Gebäuden zu erhöhen. „Wenn wir mit dem eingesetzten Geld möglichst viel CO₂ einsparen wollen, dann ist der Kesseltausch ein starker Hebel. Und wichtig ist auch: Die Konsumentinnen und Konsumenten und die Betriebe können endlich besser planen“, so Berger. 

Er bewertet dabei insbesondere die mehrjährige Perspektive der Förderperiode 2026 bis 2030 sehr positiv. Ebenso erfreulich sei, dass thermische Solaranlagen bei gleichzeitigem Einbau des förderungsfähigen Heizungssystems mit einem zusätzlichen Bonus von 2.500 Euro erfasst sind. Eine rasche und konsequente Modernisierung öffentlicher Gebäude könne nun doppelt verstärkend wirken: als messbarer Beitrag zu den Energiezielen sowie als sichtbares Signal an die Bevölkerung und die Wirtschaft. Berger: „Die Sanierungsoffensive schafft dafür einen finanziellen Rahmen. Entscheidend wird sein, dass die Umsetzung in der Breite gelingt und Modernisierung punktgenau dort stattfindet, wo die CO₂-Einsparungen pro Euro besonders hoch sind.“ 

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