Heizungsoptimierung : MyWarm will gesetzliche Pflicht für hydraulischen Abgleich

Klaus Hense, Geschäftsführer myWarm

Klaus Hense, Geschäftsführer myWarm

- © Katharina schiffl

Der hydraulische Abgleich gilt in der Heizungsoptimierung als kleine Maßnahme mit großer Wirkung. MyWarm, Experte für datengetriebene Heizungsoptimierung, fordert nun seine gesetzliche Verpflichtung für große Bestandsgebäude. Gleichzeitig plädiert das Unternehmen für zielgerichtete Fördermittel und eine breit angelegte Informationskampagne für die Immobilienwirtschaft. „Der hydraulische Abgleich ist eine der wenigen Maßnahmen, die sofort, mit geringem Aufwand und ohne große Umbauten deutliche Energieeinsparungen bewirken kann – genau dort, wo Österreich sie dringend braucht", betont Geschäftsführer Klaus Hense.

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Pflicht, Förderung und Information zum hydraulischen Abgleich

In einer Studie aus 2022 beziffert die Österreichische Energieagentur das Einsparpotenzial des hydraulischen Abgleichs konservativ mit rund 8 kWh pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr. Hochgerechnet ergibt sich allein im mehrgeschossigen Wohnbau ein jährliches Einsparpotenzial von über 1.300 GWh in Österreich. Von 2023 bis 2025 wurde der hydraulische Abgleich in Österreich auch gefördert, jedoch schwach nachgefragt.

Eine Verpflichtung würde jedenfalls für mehr Bewegung sorgen. MyWarm sieht im hydraulischen Abgleich eine „einfache, geringinvestive Maßnahme", die Energie und CO₂-Emissionen einspart und so die Effizienz ohne aufwendige Umbauten oder hohe Investitionen steigere. Auch einer möglichen Förderung misst das Unternehmen große Bedeutung bei: Sie würden sich dazu eignen, den hydraulischen Abgleich zu priorisieren und könnten so die gesetzliche Pflicht flankieren, nicht ersetzen. Als letzten Pfeiler seiner Forderung sieht MyWarm eine Informationskampagne als notwendig an, um der Maßnahme und ihrem Nutzen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

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Das MyWarm-Verfahren

MyWarm erfasst beim hydraulischen Abgleich mit einem temperaturbasierten Verfahren reale Betriebsdaten aus der gesamten Heizungsanlage – bis auf Ebene einzelner Heizkörper. Auf Basis von 13,8 Milliarden Datenpunkten und KI-gestützten Algorithmen können Heizsysteme so präziser optimiert werden als mit konventionellen, rein rechnerischen Verfahren. In der Praxis führt das laut Unternehmen zu Energieeinsparungen von bis zu 35 Prozent bei über 200.000 hydraulisch abgeglichenen Heizflächen in Österreich, Deutschland und Südtirol – deutlich oberhalb der in Studien angenommenen 5–10 Prozent.

Deutschland fördert den hydraulischen Abgleich

Als Vorzeigebeispiel führt MyWarm Deutschland ins Rennen: Mit der EnSimiMaV und der Weiterentwicklung des Gebäudeenergiegesetzes habe das Nachbarland gezeigt, welches Energieeffizienzpotenzial im hydraulischen Abgleich steckt. Auch wenn zentrale Elemente inzwischen abgeschwächt oder zurückgenommen wurden, erzielten die Maßnahmen kurzfristig messbare Effekte: Der Heizenergieverbrauch im Gebäudebestand sank, wohl auch aufgrund von Heizungsmodernisierungen und Sanierungen. Aktuell werden in Deutschland Eigentümer*innen von Wohngebäuden mit bis zu fünf Wohneinheiten über die Bundesförderung effiziente Gebäude finanziell für beim hydraulischen Abgleich unterstützt.

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