Trinkwasserhygiene : ÖNORM B 2531: Frischwassermodule aus Hygienesicht

Fachautor Martin Taschl leitet das Forum Wasserhygiene als Generalsekretär. Seit 2005 begleitet er die Normenarbeit in den Gremien von Austrian Standards, CEN & ISO. Martin Taschl ist hauptberuflich Schulungsleiter bei WimTec Sanitärprodukte.

Fachautor Martin Taschl leitet das Forum Wasserhygiene als Generalsekretär. Seit 2005 begleitet er die Normenarbeit in den Gremien von Austrian Standards, CEN & ISO. Martin Taschl ist hauptberuflich Schulungsleiter bei WimTec Sanitärprodukte.

- © Martin Taschl

Die Integration von Vorwärmstufen und Solaranlagen in Trinkwasser-Erwärmungsanlagen wird wegen der oft unvorhersehbaren Wärmebereitstellung hygienisch kritisch gesehen. Entsprechend streng sind die Vorgaben der ÖNORM B 2531. Um die hygienischen Risiken zu vermeiden, erfolgt die Einbindung häufig heizungswasser-seitig. Zum Einsatz kommen dann sogenannte Frischwassermodule. Das sind Systeme, die das Wasser im Durchflussprinzip bedarfsgerecht erwärmen. Eine Speicherung erfolgt nicht.

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Energieverlust durch Zirkulation des Warmwassers

Geht es nach der Industrie, müssten Warmwasserbereitungsanlagen mit Speicher und zirkulierendem Warmwasserverteilsystem schon lange Geschichte sein. Denn durch die hohen Betriebstemperaturen und den permanenten Zirkulationsbetrieb verursachen sie hohe energetische Verluste. Teilweise liegt der Energiebedarf zur Bereitstellung des Warmwassers deutlich über dem restlichen Wärmebedarf des Gebäudes. 

In vielen Bereichen geht der Trend tatsächlich zu dezentralen Trinkwassererwärmungsanlagen, die nur wenige Entnahmestellen versorgen. Eine Zirkulation ist in diesen Fällen nicht erforderlich. Auch in verschiedensten Normen und Richtlinien ist die Empfehlung enthalten, selten genutzte oder schlecht erreichbare Bereiche auf diese Art mit Warmwasser zu versorgen. Im einfachsten Fall werden elektrische Durchlaufsysteme eingesetzt.

Schematischer Aufbau einer Frischwasserstation

- © Forum Wasserhygiene

Anwendungsbereiche für heizungswasserbetriebene Systeme

Sind die Systeme umfangreicher oder sollen weitere Wärmequellen eingebunden werden, kommen heizungswasserbetriebene Systeme zum Einsatz. Bei diesen strömt Kaltwasser nur bei Entnahme von Warmwasser in den Wärmetauscher. Daraufhin gibt ein Regler den Durchfluss für das Heizungswasser durch den Wärmetauscher frei. Im Idealfall wird nur das benötigte, den Wärmetauscher durchströmende Wasser erwärmt. Nach dem Zapfvorgang sollte der Regler schließen und die gesamte Station mit dem Wärmetauscher rasch auf die Umgebungstemperatur abkühlen. Die normativ geforderten Temperaturen sollten unbedingt eingehalten werden, um einen hygienischen Betrieb sicherzustellen.

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Übermäßigen Wärmeeintrag auf das Kaltwasser verhindern

Bei Entnahmepausen kühlen allerdings auch die Heizungsleitungen ab. Die Ausstoßzeit, die sich aus den Zeiten bis zum Anliegen der Wärme am Wärmetauscher und bis zum Anstehen des Warmwassers an der Entnahmestelle zusammensetzt, überschreitet mitunter die maximal zulässige Zeitdauer von 30 Sekunden. Häufig wird daher ein sogenannter Warmhalte-Bypass vorgesehen, der eine Mindestdurchströmung der Heizungswasserleitungen vorsieht, um deren Abkühlen zu verhindern. 

Dieser sollte außerhalb der Station angeordnet sein, um in Zeiten ohne trinkwasserseitigen Durchfluss den Heizungswasserdurchfluss durch den Wärmetauscher zu unterbrechen und ein Erwärmen des Kaltwassers innerhalb der Station zu verhindern. Andernfalls ist ein übermäßiger Wärmeeintrag auf das Kaltwasser vorprogrammiert. Dies ist auch bei Wohnungsstationen der Fall. Während der Heizperiode ist der Wärmetauscher im Heizbetrieb unabhängig von Warmwasser-Zapfungen immer mit Heizungswasser durchströmt.

Frischwassermodule: Hohe Sorgfaltspflicht im Betrieb

Im Gegensatz zu Systemen mit Speicher und einem Warmwasserverteilsystem mit Temperaturhaltung wirkt eine höhere Betriebstemperatur nicht per se hygienisch vorteilhaft, sondern erhöht unnötig den Wärmeeintrag auf den Kaltwasseranschluss des Wärmetauschers. Viele Hygieneempfehlungen für den Betrieb von Warmwasserbereitern sind bei diesen Systemen mitunter sogar kontraproduktiv. 

Gerade heizungswasserbetriebenen Warmwasserbereitern im Durchlaufprinzip erfordern im Betrieb einen besonders hohen Sorgfaltsmaßstab. Ideal dafür geeignet ist ein Wassersicherheitsplan, wie er auch von der ÖNORM B 1921 vorgeschlagen wird. Denn dieser umfasst eine Bewertung aller Risiken, die anlagenspezifisch auftreten könnten. Werden diese beachtet, so spricht nichts gegen den Einsatz von heizungswasserbetriebenen Warmwasserbereitern im Durchlaufprinzip. Gerade darauf sollte der Planer seine Auftraggeber aber unbedingt hinweisen.

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