GC Österreich investiert : Abholmärkte: Aus 10 mach 40

Hans-Peter Moser, GC Gruppe Österreich

Hans-Peter Moser, GC Gruppe Österreich

- © Nikolai Wolff

TGA: Alleine in den letzten 12 Monaten hat die GC-Gruppe in Österreich sechs Infrastruktur Projekte eröffnet oder angestoßen: Hohenzell, Wien-Nord, Bergheim, Völs, Rankweil – und jetzt Parndorf. Warum baut die GC so stark aus, und zwar sowohl in der Logistik als auch bei Schauräumen und Abholmärkten?

Hans-Peter Moser: Wir haben ein eindeutiges Ziel, wir wollen gesund wachsen. Das lässt sich nach unserem Dafürhalten nur erreichen, wenn die Servicequalität und damit die Infrastruktur dafür dezentral und regional vorhanden ist. 

Wenn man sich die Wirtschaftslage vor allem am Bau ansieht, stellt sich die Frage: Wo soll dieses Wachstum herkommen? 

Moser: Wir entwickeln uns seit 10 Jahren kontinuierlich weiter und wachsen ein wenig über dem Markt. Abholmärkte, Schauräume und logistische Infrastruktur sind jeweils wichtige Mosaiksteine in dieser langfristigen Strategie, die weit über aktuelle Ereignisse hinausgeht. 

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Die Abholmärkte spielen eine wesentliche Rolle bei der Nahversorgung für die Installateure.

Nahversorgung für die Region

Besonders die Abholmärkte sind bei Ihrer Ausbaustrategie im Fokus. In Parndorf ist es bereits der 40. Abex – wie viele Abholmärkte hat die GC in Österreich betrieben, als Sie ins Unternehmen gekommen sind? 

Moser: Das waren ungefähr zehn. Und nach Parndorf folgt bald der 41. Abex in Stockerau. 

Warum sind die Abholmärkte für Sie so wichtig? 

Moser: Die Abholmärkte spielen eine wesentliche Rolle bei der Nahversorgung für die Installateure. Das jeweilige Sortiment wird mit den Installateuren der Region abgestimmt, die somit immer genau das Material vorrätig haben, das sie täglich brauchen. Der Vertriebsweg der Abholmärkte ist für uns auch deshalb wirtschaftlich interessant, weil sie einen logistischen Bündelungseffekt haben und unsere Kunden genau das abholen, was sie gerade brauchen.

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An welche Installateur-Zielgruppe richten sich die Abholmärkte? Gibt es die typische Persona, den typischen Abex-Kunden?

Moser: Wir decken den Spontanbedarf von Mittelständlern, die im eigenen Betrieb kein großes Warenlager haben. Deswegen stimmen wir wesentliche Teile des Sortiments auch mit den Kunden in der Region ab: Bei uns dauert es drei Tage, um einen im Zentrallager vorrätigen Artikel auch als Lagerartikel im Abex anzulegen, wenn das gewünscht wird. Wegen dieser individuellen Abstimmung mit den Kundenwünschen und -bedürfnissen ist die Vertriebsschiene Abholmarkt auch sehr belastbar.

Wenn ich mich im Abex umschaue, sind die Exklusivmarken wie Vigour, Conel oder Cosmo sehr im Vordergrund. Wie glücklich ist die Markenindustrie mit dieser Strategie? 

Moser: Wir setzen dort auf Exklusivlieferanten, wo wir einen nachhaltig verteidigbaren Wettbewerbsvorteil sehen. Natürlich ist die Industrie immer bestrebt, ihre Marken möglichst prominent zu platzieren. Aber wir machen das in friedlicher Koexistenz mit unseren Lieferanten, und wenn Sie sich bei der Eröffnung umschauen: Viele wesentliche Vertreter der Markenindustrie sind heute hier. Das bestätigt uns in unserem Weg.

Bei der Eröffnung des Abex in Parndorf im April 2026 mit Hans-Peter Moser (v.r.n.l.): Andreas Karlich, Landesinnungsmeister Burgenland; Martin Szeidl, Abex-Koordinator GC-Gruppe Österreich; Johannes Huber-Grabenwarter, Odörfer Haustechnik.

- © GC GRUPPE ÖSTERREICH
Ein Schauraum ist für uns die eindeutig teuerste Verkaufsoberfläche.

Penible Investitionsrechnung

Bleibt noch immer die Frage, wie sich die Investitionen in die Infrastruktur in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie wir sie derzeit haben auch wirklich rechnen. Was können Sie dazu sagen? 

Moser: Unserer Strategie liegt eine penible Investitionsrechnung zugrunde. Natürlich gab es Zeiten, wo sich Investitionen leichter und schneller rechneten. Und wir spüren unsere Investitionen in die Qualität unserer Leistungen deutlich, durch ein moderates, aber konstantes Wachstum. Wir haben diese Investments in Österreich sorgfältigst, auch in unterschiedlichen Szenarien erarbeitet, und setzen diese im Dialog mit unseren Gesellschaftern um. Jedes einzelne Projekt wurde für sich gerechnet und kalkuliert und schließlich auf Schiene gebracht.

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Wie schaut so eine Kalkulation für einen neuen Abex wie den hier in Parndorf aus? Wie gehen Sie bei der Eroberung einer Region vor? 

Moser: Das ist ein mehrstufiges Procedere. In einem ersten Schritt bereiten Außendienstmitarbeiter ein Verkaufsgebiet auf, das wir zu Beginn mit unseren LKW regelmäßig versorgen. In einem zweiten Schritt, wenn der Bedarf vorhanden ist, überlegen wir die Installation eines Abex. Dabei reicht oft das Interesse von zehn bis 15 Installateur-Kunden, um einen Abholmarkt erfolgreich starten zu können. Erst lange danach, wenn überhaupt, beginnen die Überlegungen für einen Schauraum, denn das ist für uns die eindeutig teuerste Verkaufsoberfläche.

Wir eröffnen ja keine Pop-up-Stores, sondern essenzielle Teile der Vertriebsinfrastruktur.

„Tu Gutes und sprich darüber“

Wie sehr spüren Sie die weltpolitische Entwicklung im Geschäftsalltag? 

Moser: Was im Nahen Osten passiert, betrifft freilich auch uns bei jedem Besuch an der Zapfsäule. Aber davon unabhängig haben wir unsere Investitionen langfristig geplant. Wir eröffnen ja keine Pop-up-Stores, sondern essenzielle Teile der Vertriebsinfrastruktur.

Wie sehen Sie die wirtschaftliche Entwicklung der nahen Zukunft? 

Moser: Wenn man derzeit Nachrichten konsumiert, kann man ja täglich Depressionen bekommen. Auch der Markt unterstützt uns nicht, es fehlt einfach an Neubauvolumen. Wir setzen dem bewusst positive Nachrichten entgegen. Deswegen feiern wir die Eröffnung hier in Parndorf ja auch besonders „groß“, nach dem Motto „Tue Gutes und sprich darüber“: Wir bauen aus, wir schaffen Arbeitsplätze, wir blicken zuversichtlich in die Zukunft, die Welt wird sich weiterdrehen. Wir spüren aktuell auch einen Anstieg bei den Anfragen und erwarten, dass diese sich bald in konkreten Aufträgen manifestieren. Ich glaube eher, dass bei einem Anspringen der Konjunktur demnächst die Frage im Raum stehen wird, welche Hände das alles einbauen sollen. Vor allem im Bereich der Wärmepumpe sehe ich leichtes Durchatmen. 

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