"Teil ma" : Heizma öffnet seine Energiegemeinschaft

Die drei Heizma-Gründer: Alexander Valtingojer, Michael Kowatschew und Valentin Perkonigg (v.l.n.r.)

Die Heizma-Gründer Alexander Valtingojer, Michael Kowatschew und Valentin Perkonigg (v.l.n.r.)

- © Alissar Najjar

Das Wiener Energieunternehmen Heizma öffnet seine Bürgerenergiegemeinschaft "Teilma" jetzt österreichweit für alle Haushalte. Die BEG verbindet Stromerzeuger und Verbraucher österreichweit und ergänzt das klassische Modell um einen entscheidenden Baustein: Batteriespeicher. „Energiegemeinschaften sind großartig – aber häufig mit einer Schwachstelle verbunden: der Nacht. Genau dann, wenn besonders viel Energiebedarf herrscht, war Gemeinschaftsstrom bisher oft nicht verfügbar. Mit Teilma schließen wir diese Lücke“, erklärt Michael Kowatschew, Mitgründer und Geschäftsführer. Über den Energiemanager Optima werden die Speicher so gesteuert, dass überschüssiger Sonnenstrom nicht sofort ins Netz abfließt, sondern auch außerhalb der Sonnenstunden nutzbar bleibt.

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Direkt einspeisen und teilen

Das Prinzip hinter Energiegemeinschaften ist schnell erklärt: Haushalte mit Photovoltaikanlage speisen überschüssigen Strom in die Gemeinschaft ein. Andere Mitglieder beziehen ihn günstiger als über viele herkömmliche Tarife – auch ohne eigene PV-Anlage. Die Zuteilung erfolgt automatisch über die Netzbetreiber auf Basis von Viertelstundenwerten. Einspeiser erhalten 8,40 Cent und damit mehr als den aktuellen OeMAG-Einspeisetarif, Bezieher zahlen 10,90 Cent pro Kilowattstunde netto. Der bestehende Stromvertrag bleibt aufrecht: Teilma deckt den über die Gemeinschaft verfügbaren Teil des Verbrauchs, den Rest liefert weiterhin der bisherige Stromanbieter.

BEG oder EEG intelligent gesteuert

Teilma gibt es in zwei Varianten. Teilma Österreich ist eine Bürgerenergiegemeinschaft – Haushalte können unabhängig vom Netzgebiet aus ganz Österreich teilnehmen. Teilma Regional ist eine Erneuerbare-Energiegemeinschaft, bei der Erzeuger und Verbraucher im selben Netzgebiet liegen. Bei der regionalen Teilnahme entfallen Teile der Netzentgelte, der Gemeinschaftsstrom wird dadurch günstiger. Wo eine regionale Zuordnung möglich ist, profitieren Mitglieder automatisch; andernfalls steht Teilma Österreich offen.

>> reNEWSable: Vorteile und Nachteile von Energiegemeinschaften in der Praxis

Der nächste Entwicklungsschritt liegt in der Flexibilisierung. Die meisten Energiegemeinschaften sind stark PV-getrieben – viel Erzeugung zu Mittag, wenig am Abend, nichts in der Nacht. Nur rund zehn bis 20 Prozent der Energiegemeinschaften würden über die technische Basis verfügen, um auch nachts Gemeinschaftsstrom bereitzustellen, schätzt Heizma.

Heizma baut das Modell mit seinem Energiemanagementsystem Optima aus – es analysiert Verbrauchsmuster, Erzeugung und Speicherstände und entscheidet, wann Strom verbraucht, gespeichert oder in die Gemeinschaft eingebracht wird. Einspeiser können ihren Strom dadurch gezielter nutzen, Bezieher erhalten Gemeinschaftsstrom auch dann, wenn klassische Energiegemeinschaften wenig liefern. Im Schnitt liefert Teilma so aktuell rund vier Megawattstunden pro Woche und deckt knapp 80 Prozent des Stroms, den die Mitglieder verbrauchen, aus der Gemeinschaft – an sonnigen Tagen bis zu 98 Prozent. 

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