Verkaufte Wärmepumpen in Österreich 2025 : Zurück zu Öl und Gas?
Der österreichische Wärmepumpenabsatz ist 2025 um rund 10.000 Stück gesunken.
- © Onidji - stock.adobe.com2024 wurden in 19 europäischen Ländern laut der Europäischen Wärmepumpen-Vereinigung (EHPA) rund 2,31 Millionen Wärmepumpen verkauft – ein Rückgang von 22 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2023. Diese Entwicklung setzte sich 2025 in Österreich fort.
Nach dem Auslaufen der Bundesförderung kam es – wie vom Verband Wärmepumpe Austria (WPA) befürchtet – zu einem massiven Markteinbruch. Der Absatz von Wärmepumpen-Heizsystemen sank um rund 22 Prozent von 46.000 Anlagen im Jahr 2024 auf etwa 36.000 Stück im Jahr 2025. Biomasse- und Pelletkessel verloren sogar rund 30 Prozent. Fossile Heizsysteme hingegen legten wieder deutlich zu: Rund 35.000 Gas- und Ölheizungen wurden verkauft. „Das ist ein klarer Rückschritt ins fossile Zeitalter“, warnt WPA-Präsident Richard Freimüller.
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Wärmepumpen-Markt 2025 in Österreich
Der Gesamtmarkt der 2025 in Österreich installierten Heizsysteme – ohne Fern- und Nahwärmeanschlüsse – ist gegenüber 2024 um 13 Prozent von 106.000 Stück auf 92.000 Stück gesunken. Rund 36.000 Stück davon waren Heizungswärmepumpen.
- Heizungswärmepumpen: 35.846 Stück (- 21,86 Prozent)
- Brauchwasser-Wärmepumpen: 9.483 Stück (+ 4,28 Prozent)
- Großwärmepumpen: 153 Stück (+ 40,37 Prozent)
- Wärmequellen:
- 84 Prozent Luft
- 14 Prozent Erde
Fast jede Wärmepumpe ersetzt einen Öl- oder Gaskessel.Richard Freimüller, Wärmepumpe Austria
Blick nach Norden: Dekarbonisierung funktioniert
Skandinavische Länder sind mit Marktanteilen von 50 bis über 60 Prozent im Wärmepumpenbestand Vorreiter. Norwegen kommt auf 632 Wärmepumpen pro 1.000 Haushalte. Österreich liegt mit 127 Anlagen deutlich darunter, nimmt bei Neuinstallationen in der DACH-Region jedoch eine Spitzenposition ein. „Fast jede Wärmepumpe ersetzt einen Öl- oder Gaskessel – das senkt Importe, stärkt die Energiesicherheit und reduziert Emissionen“, so Freimüller.
Wärmepumpen-Bestand in Europa 2024
Während skandinavische Länder mit einem sehr hohen Marktanteil von 50 bis mehr als 60 Prozent im Wärmepumpenbestand Vorreiter in der Dekarbonisierung des Heizungsmarktes sind, zeigt sich in anderen EU-Staaten ein differenziertes Bild. Im führenden Land Norwegen sind 632 Wärmepumpen pro 1.000 Haushalte installiert, gefolgt von Finnland mit 524 und Schweden mit 496. In Österreich sind pro 1.000 Haushalte 127 Wärmepumpen installiert oder in 13 Prozent der Haushalte.
Im jährlichen Absatz führen ebenfalls skandinavische Länder: In Norwegen wurden pro 1.000 Haushalte 48,1 Wärmepumpen installiert, gefolgt von Finnland mit 32,8 und Schweden mit 29,9. In den DACH-Ländern führt Österreich mit 13,2 Wärmepumpen pro 1.000 Haushalte, gefolgt von der Schweiz mit 12,9 und Deutschland mit 5,5 neu installierten Wärmepumpen pro 1.000 Haushalte.
Mehr als Heizen: Wärmepumpen und ihre Rolle im Stromnetz
Der österreichische Anlagenbestand ist technologisch vielfältig. Moderne, modulierende Wärmepumpen sind smart-grid-fähig und ermöglichen Lastverschiebung sowie Eigenverbrauchsoptimierung. Damit dieses Potenzial genutzt werden kann, müssen Stromtarife und Netzregeln weiterentwickelt werden. Eine gemeinsame Studie von WPA und der Österreichischen Energieagentur (AEA) untersucht aktuell die Rolle der „netzdienlichen Wärmepumpe der Zukunft“.
Billiges Gas, teure Folgen
Sinkende Öl- und Gaspreise führen zu einer gefährlichen Trendumkehr. Die Sorge um Versorgungssicherheit und geopolitische Abhängigkeiten tritt in den Hintergrund. Doch jede heute installierte fossile Heizung verursacht CO₂-Emissionen weit über 2040 hinaus, zementiert Importabhängigkeiten und verteuert den späteren Ausstieg massiv.
Wertschöpfung aus Österreich
Österreich verfügt über eine starke, heimische Wärmepumpenwirtschaft. Hersteller, Zulieferer und spezialisierte Installationsbetriebe sichern tausende Arbeitsplätze in den Regionen. Ein Großteil der Wertschöpfung findet im Inland statt. Wer fossile Heizsysteme installiert, entscheidet sich bewusst gegen heimische Industrie und für neue Abhängigkeiten.
Förderung: Planungssicherheit statt Stop-and-Go
Die neue Bundesförderung ab Ende 2025 ist ein wichtiger Schritt. Aus Sicht des WPA braucht es jedoch langfristige, verlässliche Rahmenbedingungen. Nur so können Betriebe investieren, Haushalte planen und die Klimaneutralität 2040 erreicht werden.
Kompetenzzentrum Wärmepumpe
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