Wärmepumpen : Abnabelung vom Förderregime
Wärmepumpe Austria-Verbandspräsident Richard Freimüller (links) mit BWT-Chef und Gastgeber Andreas Weißenbacher (rechts)
- © WPABei der Generalversammlung des Verbandes Wärmepumpe Austria diskutierten die Vertreter*innen der österreichischen Wärmepumpen-Branche über aktuelle Entwicklungen der österreichischen Energie- und Klimapolitik sowie deren Auswirkungen. Im Mittelpunkt standen einerseits der erwartete Markteinbruch durch die Ausschöpfung des Kesseltausch-Budgets für 2026 und andererseits der Ausblick auf 2027 das aktuelle Doppel-Budget, die geplanten Förderkriterien und die damit verbundenen Herausforderungen. Für das laufende Jahr befinden sich aktuell noch 22,4 Millionen Euro im Heizungstausch-Fördertopf.
Statt fand die Generalversammlung bei einem Verbandsmitglied, das die Marktverwerfungen erst kürzlich zu spüren bekommen hat: Windhager - BHT in Seekirchen war Gastgeber für mehr als 100 Vertreter*innen der heimischen Branche. Andreas Weißenbacher, CEO der BWT Holding, begrüßte die Mitglieder des Verbands sehr herzlich. Unter dem Leitgedanken „For You and Planet Blue“ präsentierte er seine Philosophie und unterstrich die Bedeutung innovativer Wärmepumpentechnologien als zentrale Voraussetzung für das Gelingen der Wärmewende.
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Positionierung mit gemeinsamer Marketinginitiative
Neben den üblichen Tagesordnungspunkten zog der Versammlung zog Verbandspräsident Richard Freimüller Bilanz über die Aktivitäten und Erfolge des Arbeitsprogramms 2025 und präsentierte die inhaltlichen Schwerpunkte für das Jahr 2026. Es folgten Einblicke in die aktuelle Situation des rückläufigen Marktes und die Auswirkungen des bald ausgeschöpften Förderbudgets für das restliche Jahr sowie ein Ausblick auf 2027.
Für Freimüller stand fest: „Die Branche muss langfristig von Förderprogrammen unabhängig werden." Stattdessen müsse es gelingen, die Vorteile der Technologie noch stärker im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern und die Wärmepumpe als attraktive Lösung zu positionieren. Aus diesem Grund möchten der Verband und die Mitglieder eine gemeinsame und abgestimmte Marketinginitiative erarbeiten.
Mit unterschiedlichen Werbemaßnahmen sollen die Vorteile einer Wärmepumpe verständlich und nachvollziehbar vermittelt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei jene Nutzen, der für Endkund*innen besonders relevant sind, zum Beispiel Heizung, Kühlung und Warmwasser mit nur einer Technologie, die Senkung der Betriebs- und Energiekosten, die Nutzung von kostenlos verfügbarer Umweltenergie und PV-Strom sowie eine hohe Energieeffizienz. Besonders vor dem Hintergrund des anstehenden EU-Emissionshandels für Gebäude und Straßenverkehr wird die Wärmepumpe zu einem wirtschaftlichen Vorteil für die Haushalte.
60.000 Heizungswärmepumpen pro Jahr
Zukunftsthemen wurden im Rahmen von Fachvorträgen aufgegriffen. So wurden die Ergebnisse der Studie „Netzdienliche Wärmepumpe der Zukunft“, die Qualitätsanforderungen bei Wärmepumpeninstallationen sowie die Herausforderungen des Generationenwechsels und der Fachkräftesicherung vorgestellt.
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Die Studie der Energieagentur zeigt, dass der gesamte Wärmesektor bis 2040 konsequent von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Systeme wie die Wärmepumpe umgestellt werden muss, um die nationalen Klimaziele zu erreichen. Laut den Berechnungen der Studie werden bis 2040 rund 1,3 Millionen zusätzliche Wärmepumpen benötigt, darunter mehr als eine Million Heizungswärmepumpen. Dies entspricht einem jährlichen Ausbau von etwa 60.000 Heizungswärmepumpen. Zum Vergleich: Das Förderbudget für 2027 ist auf rund 30.000 ausgetauschte Heizungen ausgelegt.
Mit der Umsetzung dieser Ziele könnten die heutigen nationalen Gasimporte um bis zu 24 Prozent, also rund 19 TWh, reduziert werden, führte Freimüller aus. Darüber hinaus könnten volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von bis zu zwei Milliarden Euro jährlich vermieden werden, die bei einer Verfehlung der europäischen Klimaziele durch den Kauf zusätzlicher Emissionszertifikate entstehen würden. Dazu kommt, dass die Dekarbonisierung der Heizungssysteme einen Wachstumsmotor für Wirtschaft und Gesellschaft bedeuten und eine hohe regionale Wertschöpfung ermöglicht.
Wärmepumpe auf Platz 1 beim Heizungstausch
Ergänzend berichtete Freimüller über die Ergebnisse des Berichts „Umweltinvestitionen des Bundes – Klima- und Umweltschutzmaßnahmen 2025“. Aufgrund der hohen Zahl an Registrierungen im Jahr 2024 verzeichnete die Förderungsaktion „Raus aus Öl und Gas“ auch 2025 eine entsprechend große Menge an Förderungsanträgen: Insgesamt wurden 62.538 Förderungsanträge mit einem Volumen von 1,1 Milliarden Euro bewilligt. Damit entfielen rund 70 Prozent der gesamten Mittel der Sanierungsoffensive auf diesen Bereich.
Fast die Hälfte der Haushalte (49 Prozent) stellte auf eine Wärmepumpe um, 41 Prozent entschieden sich für eine Biomasseheizung und 10 Prozent nutzten die Möglichkeit, sich an ein Fernwärmenetz anzuschließen. Auch bei den ersetzten Heizsystemen zeigt sich ein klarer Trend: 46 Prozent der ausgetauschten Anlagen waren Ölkessel, gefolgt von Erdgasheizungen mit 38 Prozent. In 13 Prozent der Haushalte wurde ein Allesbrenner-, Kohle- oder Koksofen ersetzt und 3 Prozent ließen ihre alte Stromheizung entfernen.