Bosch & Buderus Hybridheizung : Technologieoffenheit: Erstmals auch als Gerät
Das Bosch-Team präsentiert die Hybrid-Heizung: Sebastian Debes, Sasa Lenz-Jevtic, Helmut Weinwurm und Adrian Adolf (v.l.n.r.).
- © BoschBosch sei der „einzige Anbieter von Hybridheizungen“ in Österreich, das betont Vorstand Helmut Weinwurm bei der Präsentation der neuen Gerätegeneration. Wobei sich das auf Österreich bezieht: Denn in Deutschland hat Bosch die Hybridheizungen bereits seit mehreren Jahren im Programm. Die Kombination aus Gas und Wärmepumpen war dort unter bestimmten Voraussetzungen auch förderfähig, während hierzulande immer nur der vollständige Austausch des fossilen Wärmeerzeugers gegen einen mit erneuerbaren Energien gefördert werden konnte. Für Weinwurm ist es auch ein persönliches Anliegen, diese Hybridgeräte vorstellen zu können: „Ich stehe seit Jahren für einen technologieoffenen Ansatz in der Heizung. Mit diesen Geräten können wir das erstmals auch in Österreich realisieren.“
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Ich stehe seit Jahren für einen technologieoffenen Ansatz in der Heizung. Mit diesen Geräten können wir das erstmals auch in Österreich realisieren.Helmut Weinwurm, Bosch
Die Geräte im Detail
Bei beiden Marken, also sowohl bei Bosch als auch bei Buderus, werden Hybridgeräte ins Programm aufgenommen. Das technische Prinzip ist gleich: In den Gas-Brennwertgeräten ist eine Hydraulik integriert, die den sofortigen Anschluss einer Monoblock-Wärmepumpe ermöglicht. Das bedeutet, dass die Geräte sowohl im 1:1 Ersatz eines Gasgerätes weiter als Gasgerät betrieben werden können, als auch in Kombination mit der Wärmepumpe – oder, falls das in Zukunft von Kund*innen gewünscht wird, kann die Gaseinheit auch aus-, eine E-Heater-Einheit eingebaut und somit komplett auf Wärmepumpe umgerüstet werden.
Die Gasgeräte passen selbstverständlich auf die klassischen Montageplatten, sind in 15 kW und 30 kW erhältlich und damit für Ein- und kleinere Mehrfamilienhäuser optimiert. Gesteuert werden Sie freilich über die einheitliche Bosch-Regelung mit einer Bedienoberfläche für alle Geräte, sodass auch bei Umbau hier keine Änderungen nötig sind.
Wahlfreiheit gegen 200 Euro Aufpreis
Das sei nicht nur innovativ, technologieoffen und neu, sondern es biete auch ein Höchstmaß an Flexibilität für den Kunden, betont Weinwurm. Für ihn ist das auch ein „kostengünstiger Einstieg in eine klimafreundliche Lösung“ für alle, die sich nicht vom Gas lösen wollen oder wo Gebäudesubstanz und Wärmeabgabe einen Wechsel auf Wärmepumpe momentan noch nicht sinnvoll erscheinen lassen. Die Kostengünstigkeit lässt sich sehr konkret beziffern: 200 Euro mehr kostet das hybride Gasgerät im Vergleich zur reinen Gas-Brennwert-Variante. Sollte dann noch eine Wärmepumpe dazu kommen, so schlägt die dann natürlich zum jeweiligen Marktpreis zu Buche.
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Fünf Segmente im Visier
Bosch will mit der Hybridheizung in Österreich fünf Kund*innengruppen ansprechen, die Vertriebsleiter Sasa Lenz-Jevtic aufzählt: Da sind einmal Gebäude, die sich mangels Sanierung noch nicht für die Wärmepumpe eignen. Zum zweiten ist es ein kostengünstiger Übergangsweg für jene, die sich derzeit keine Wärmepumpe leisten können, aber gerne auf ein ökologisches Heizsystem setzen würden: Die können jetzt kostengünstig bei Gas bleiben, haben aber die Chance später günstiger auf Wärmepumpe zu wechseln. Dann gibt es unsichere Kund*innen, die auf mehreren Beinen stehen wollen und gerne mehrere Lösungen im Haus als Back-up haben. Viertens die typischen Hybridkund*innen, die in ihrer unsanierten Villa im 19. Bezirk im Winter die Spitzenlast mit Gas abdecken können, aber ansonsten auf die Wärmepumpe setzen und für die höhere Investitionskosten keine Rolle spielen.
Auch für kühle Rechner*innen
Die fünften Kund*innen nennt Lenz-Jevtic die „kühlen Rechner*innen“: Diejenigen, die immer die günstigste Heizungslösung haben wollen. Denn mit der Hybridlösung können sie beispielsweise auch nach Gas- und Strompreis gesteuert heizen: Die Regelung sucht mit Echtzeit-Informationen zu den tagesaktuellen Energiepreisen immer die günstigere Lösung. Natürlich kann auch ein fixer Bivalenz-Betrieb eingestellt werden, je nach Außentemperatur oder anderen Parametern.
Raus aus Gas wird länger dauern
Helmut Weinwurm betont, dass Bosch langfristig auf die Wärmepumpe setzt und dieses Marktsegment auch intensiv bewirbt. Doch der Umbau auf erneuerbare Wärmeversorgung, das „Raus aus Gas“ werde eben länger dauern als gedacht. Gerade heuer profitiere das Gasgeschäft von der abwartenden Haltung der Kund*innen, ob es denn vielleicht wieder Förderungen gäbe. 2024 seien in Österreich insgesamt über 30.000 Gasgeräte verkauft worden, heuer rechnet er sogar mit einer Steigerung. Als Gas-Marktführer nimmt Bosch dieses Geschäft natürlich mit, in der Erwartung, dass es natürlich kurzfristig wieder anders werden könne – Stichwort Förderpolitik. Dass auch Hybridgeräte in Österreich förderfähig wie in Deutschland werden, dafür will er sich weiter einsetzen.
Parallelen zum Hybridauto
Die Erfahrung aus Deutschland zeige, dass dort in den letzten drei Jahren etwa 25-30 Prozent der verkauften Gasgeräte mit der Hybridlösung ausgestattet seien. In Österreich erhofft er mittelfristig einen Anteil von 20 Prozent. Wie viele davon dann auch wirklich hybrid mit Wärmepumpe betrieben oder sogar ganz umgebaut werden, lässt sich für Weinwurm noch nicht abschätzen: Auch in Deutschland sei die Lösung erst zu kurz am Markt, als dass sich in den drei Jahren belastbare Fallzahlen zeigen würden.
Trotzdem denkt Bosch in Sachen Zukunftsfähigkeit in weit längeren Zeiträumen. So wird die Regelung ab Mitte 2026 auch Smart Grid-fähig sein, und dass die Gasgeräte auch mit Wasserstoff betrieben werden können, verweist überhaupt auf eine sehr weit in der Ferne liegende Zukunft. Parallelen sieht Weinwurm aber zu den Hybridautos. Hier seien die Zulassungszahlen zuletzt erneut um 40 Prozent gestiegen: „Das zeigt, dass das wohl der richtige Weg ist. Und es gibt uns die Hoffnung, dass das am Heizungsmarkt genau so sein wird.“
Produktinformation zur Bosch-Hybridheizung
- Bosch: Compress Hybrid 5800i G
- Buderus: Logomax plus GBH172i
- Leistungsgrößen: 15 kW und 30 kW