Kesseltausch : Erneuerbare Heizungsbranche will Verdoppelung des Förderbudgets
In einem offenen Brief formuliert die erneuerbare Heizungsbranche Forderungen an die Regierung.
- © Foto von Valeria Reverdo auf UnsplashIn einem offenen Brief richten sich die Branchenvertreter*innen und Betriebe aus der Wärmepumpen- und Biomassekessel-Branche, der Holz- & Pelletsindustrie sowie Nah- und Fernwärme-Betreiber*innen gemeinsam an die Entscheidungsträger*innen der Republik. „Wir brauchen im Doppelbudget 2027/2028 klare Signale für den Klimaschutz, für die Stärkung der regionalen Wirtschaft und für einen Ausstieg aus der fatalen fossilen Abhängigkeit“, betont Michael Pfeifer, Obmann von proPellets Austria. Förderungen für den Umstieg von Öl- und Gasheizungen seien ein solches starkes Signal.
Um den Erdgas- und Erdölausstieg möglichst effektiv und kosteneffizient zu erreichen, seien jährlich zumindest 60.000 fossile Heizsysteme durch Wärmepumpen und Biomassekessel zu ersetzen, liest sich im offenen Brief der erneuerbaren Heizungsbranche. Sie fordert die Aufstockung des Budgets für den Kesseltausch auf 500 Millionen Euro jährlich sowie eine klare budgetäre Trennung zwischen thermischer Sanierung und Heizungstausch.
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Fossile Heizungen werden zu Inflationstreibern
Im Brief setzen die Branchenvertreter*innen auch bei der Marktentwicklung erneuerbarer Heizsysteme im letzten Jahr an. Diese verzeichneten Absatzrückgänge zwischen 20 und 35 Prozent. Gleichzeitig stieg der Absatz fossiler Heizkessel 2025 um 10 Prozent auf rund 32.000 Stück. Erdgas- und Ölheizungen seien im Umkehrschluss verantwortlich dafür, dass Energiepreisschocks inflationstreibend wirken.
„Durch die von ihnen geschaffene Abhängigkeit eröffnen sie zudem die Möglichkeit, Erdgas und Erdöl als Waffe einzusetzen", so der offene Brief. „Gerade in diesen unsicheren Zeiten ist es wichtig, dass nicht nur die Politik handelt, sondern auch jene Haushalte, die heute noch mit fossilen Energieträgern heizen", appelliert auch Richard Freimüller, Präsident Wärmepumpe Austria, direkt an die Endkund*innen.
>> 2025: Minus für den österreichischen Heizungsmarkt
„Durch den Energiepreisschock 2022 sind 20 Milliarden Euro an inländischer Wertschöpfung ins Ausland für Erdöl, Erdgas und Kohle abgeflossen. Mit dem Iran-Krieg und der möglichen Schließung der Straße von Hormus trifft uns der nächste Energiepreisschock“, warnt Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes. Mehr als 1,2 Millionen Haushalte, die mit Heizöl und Erdgas heizen, seien dem „schutzlos ausgeliefert".
Die Verbände und Betriebe machen sich daher für eine Verdoppelung des Kesseltauschbudgets stark, da sich bereits leere Fördertöpfe abzeichnen würden. Ein Blick auf die Website der Sanierungsoffensive zeigt: Am 23. März sind noch rund 100 von insgesamt 360 Millionen Euro im Fördertopf verfügbar.