Und wo gibt es „Knackpunkte“?
Heer: In der Welt der Gebäude und Gebäudeautomation müssen Produkte mindestens 10 bis 15 Jahre zuverlässig und mit minimalem Wartungsaufwand funktionieren. Gadgets wie oben beschrieben haben eine Halbwertszeit von 2 bis 3 Jahren, dann muss man sie ersetzten oder, wenn man Glück hat, nur die Batterie wechseln. Sind es keine Gadgets, sondern richtige Industriekomponenten, werden sie oft noch als zu teuer empfunden und die KI als unerprobt abgestempelt. Es bestehen oft noch nicht die Implementationsmöglichkeiten, auf klassischen Steuerungen KI-Algorithmen laufen zu lassen, respektive diese mit der Cloud zu verbinden – zudem sind da einige Hemmungen vorhanden. Es hapert an der Zuverlässigkeit von KI-generiertem Output. Genauso wie ChatGPT „nur“ Wörter aneinanderreiht, aber nicht weiß, ob es gerade eine Lüge oder etwas Wahres fabriziert, kennen KI-Lösungen in der Gebäudetechnik noch keine physischen Zusammenhänge. Wir forschen hierzu an Ansätzen, wie dies möglich ist.
Wie ist der aktuelle Stand der Technik, welche Entwicklung ist kurz- und mittelfristig zu erwarten?
Heer: In Neubauten wird es ein wenig schneller gehen als im Gebäudebestand. Wichtig auch: In der Gebäudeplanung, während der Inbetriebnahme, im Betrieb und bei Sanierung werden KI-Tools immer mehr Einzug halten. Erst werden klassische Tools/Methoden/Algorithmen von KI unterstützt, später allenfalls ersetzt.