Windhager & Sommerauer : Andreas Weißenbacher baut „Best Energy Technology“ weiter aus
Inhalt
- Von BWT und Windhager zum "Sustainable Innovation Hub"
- Sommerauer: Hackschnitzel-Tradition am Kohlebergbau-Standort
- Die Betriebsübergabe bei Sommerauer
- Herbert Oitner: Unternehmer und Geschäftsführer
- Synergien am Standort für den "Sustainable Innovation Hub"
- "Customized Solutions by Windhager": Unterstützung für Planer*innen
- Individuelle Turnkey-Solutions von 250 kW bis kommunalen Wärmenetzen
- B.Zero: Nachhaltige Recovery-Lösungen für Systemgastronomie
- "Best Energy Technology" in the making
Andreas Weißenbacher (li.) und Herbert Oitner bei der Vorstellung des "Sustainable Innovation Hub" am Sommerauer-Standort in Trimmelkam / St. Pantaleon: Der nächste Schritt auf dem Weg zu "Best Energy Technology".
- © BHT Best Heating TechnologyGeschichten, bei denen Andreas Weißenbacher im Spiel ist, sind immer etwas aufwändiger zu erzählen. So auch beim „Sustainable Innovation Hub“, der am 12. Dezember in Trimmelkam bei St. Pantaleon erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Dieser Hub, der am oberösterreichischen Standort des Biomasse- und Hackgut-Spezialisten Sommerauer entsteht, besteht aus gleich vier Unternehmen, hat drei Eigentümer*innen und mit Herbert Oitner einen Kopf an der Spitze, der das alles unter einen Hut bringen und gleichzeitig die Synergien heben soll.
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Von BWT und Windhager zum "Sustainable Innovation Hub"
Schon bei der Übernahme von Windhager kündigte Andreas Weißenbacher an, dass er an mehr interessiert ist als nur dem Kauf eines zu diesem Zeitpunkt insolventen Unternehmens. Rund um den traditionsreichen Kesselhersteller Windhager soll etwas Größeres entstehen. Neben dem an BWT (Best Water Technology) angelehnten neuen Windhager-Namen BHT (Best Heating Technology) war bald auch die Idee für „Best Energy Technology“ im Spiel.
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Nach der Konsolidierung von Windhager und dem Neustart am Standort Seekirchen, wo Windhager laut Weißenbacher nun zum „Rolex-Werk des Heizungsbaus“ ausgebaut werden soll, war die im September vorgestellte Kooperation mit Heliotherm der erste Schritt in Richtung „BET“, wie Best Energy Technology abgekürzt werden müsste. Die Gründung des „Sustainable Innovation Hub“ und die Kooperation mit Sommerauer ist nun der zweite Schritt.
Sommerauer: Hackschnitzel-Tradition am Kohlebergbau-Standort
Sommerauer ist ein Familienunternehmen, das 1991 noch unter dem Namen Sommerauer & Lindner gegründet wurde. Seinen Namen machte sich die „SL Technik GmbH“, wie sie korrekt heißt, mit robusten Hackschnitzel-Heizungen für den ländlichen Raum. Viele Bauernhöfe schwören bis heute auf die Marke.
Der Standort in Trimmelkam, einem Dorf der Gemeinde St. Pantaleon im Bezirk Braunau, hat eine noch viel länger zurückreichende Geschichte: Hier wurde bis zum Beginn der 1990er Braunkohle abgebaut. Sommerauer richtete seine Produktion in den Über-Tag-Werkstätten des in Schließung befindlichen Bergwerks ein, wo bis heute die Spuren der Draisinen-Schienen zu sehen sind. Neben dem Werksgelände erinnern das Bergwerkscafe an den Kohleabbau, sogar einzelne Mitarbeitende von Sommerauer gehen noch auf die Zeit des Bergwerks zurück.
Die Betriebsübergabe bei Sommerauer
2016 schieden die Firmengründer Christian Sommerauer und Hermann Lindner aus dem Unternehmen aus und übergaben die Anteile an die Tochter Bettina Sommerauer. Die Geschäftsführung übernahm deren damaliger Ehemann Thilo, der mittlerweile aus dem Unternehmen ausgeschieden ist. Nach einigen Auf und Abs, in denen das Unternehmen immer weniger mit geschäftlichen oder technischen Neuerungen von sich reden machte, ist das Unternehmen heute nach wie vor im Eigentum von Bettina Sommerauer und beschäftigt derzeit 15 Mitarbeitende.
Herbert Oitner: Unternehmer und Geschäftsführer
Seit Mai 2025 ist Herbert Oitner Geschäftsführer von Sommerauer. Oitner ist sozusagen ein „Windhager-Urgestein“. Von der Lehre weg hat er sich bis zum technischen Geschäftsführer entwickelt, ehe er das Unternehmen aus dieser Position heraus 2013 verließ – wie so viele andere Geschäftsführer in dieser Zeit von der Geschäftsübergabe von Werner Windhager an seinen Sohn Gernot bis zur Insolvenz und der Übernahme durch Andreas Weißenbacher.
Herbert Oitner wurde nach dem Abschied bei Windhager Unternehmer und führt bis heute die auf Fassadenbau spezialiserte AWF, die nun ebenfalls nach Trimmelkam / St. Pantaleon übersiedeln wird. Kennengelernt haben einander Weißenbacher und Oitner eher zufällig beim Skifahren, wie beide versichern. Weißenbacher war es auch, der Oitner bei Sommerauer als Geschäftsführer vorschlug – mit dem Ziel, dem zukünftigen Kooperationspartner in der Restrukturierung unter die Arme zu greifen.
Synergien am Standort für den "Sustainable Innovation Hub"
Oitner selbst sieht mit der Etablierung des „Sustainable Innovation Hub“ seine Aufgabe darin, die verschiedenen Schwerpunkte zu einem Team zusammenzuführen: „Mein Ziel ist es, am Standort ein Team zu bilden, das sich gegenseitig unterstützt, Synergien sucht und immer bestrebt ist, gemeinsam rasch zu einem guten Erfolg zu kommen.“ Dazu hat er bereits erste Unterstützung geholt, wie beispielsweise Thomas Bauer: Der erfahrene Kesselbauer und Entwicklungsingenieur, der nach Stationen bei Windhager oder Rika seit 2003 selbstständig die HET Heiz und Energietechnik Entwicklungs GmbH geführt hat, unterstützt Sommerauer nun als Entwicklungs-Chef.
Für die Entstehung des „Sustainable Innovation Hub“ am Standort sind zwei weitere Weißenbacher-Einheiten entscheidend: „Customized Solution by Windhager“ und B.Zero.
"Customized Solutions by Windhager": Unterstützung für Planer*innen
„Customized Solutions by Windhager“ ist der größte Zuwachs in St. Pantaleon. Die neun Mitarbeitenden von „Customized Solutions“ übersiedeln von Seekirchen ins 35 Autominuten entfernte Werk und ergänzen das Kernteam des Standorts. Der USP des Corporate Start-ups „Customized Solutions by Windhager“ ist es, so Oitner, die Planer*innen bei der Realisierung von größeren Energielösungen mit abgestimmten Rundum-Lösungen zu unterstützen. Denn bisher müssen die Planer dabei entweder das Projekt zur Gänze alleine entwickeln, oder eben auf vorgefertigte Containerlösungen zurückgreifen.
Mit „Customized Solutions by Windhager“ bekommen sie „Lösungen von A bis Z“: Von der Idee über das Konzept bis zur technischen Realisierung und der Bestückung eines Containers mit Biomasse-Kesseln, Wärmepumpen, Photovoltaik, Wechselrichtern, Solarthermie, Steuerung, Warmwasser- und Batteriespeichern sowie allem anderen, was für das jeweilige individuelle Projekt sich als beste Kombination herausstellt – alles mit abgestimmten Komponenten aus dem Hause Windhager und den Kooperationspartnern.
Individuelle Turnkey-Solutions von 250 kW bis kommunalen Wärmenetzen
Die technische Konzeption, der Bedarf am Markt und die Menschen bei Windhager, die sich mit diesem Thema seit längerem befassen, sind vorhanden, sagt Andreas Weißenbacher: „Jetzt müssen wir schauen, dass daraus auch ein Business wird!“
Diese Aufgabe übernimmt Herbert Oitner. Ihm zur Seite stehen erfahrene Techniker wie Windhagers früherer Kundendienst- und Werkleiter Michael Scheil sowie Alexander Zangerle. Die beiden fungieren als Project Performance Manager bei „Customized Solutions by Windhager“.
Die Bandbreite ist dabei groß: Es beginnt bei Projekten weit unter 1 MW, also etwa einer Energielösung für Hotels oder Krankenhäuser ab 250 kW, und endet bei kommunalen Wärmelösungen mit mehreren MW sowie bei innovativen Mikro- und Anergienetzen. Für all diese Anforderungen wird „Customized Solutions by Windhager“ Konzepte und technische Lösungen bis hin zum fertig bestückten Container als „Turnkey Solutions“ liefern.
B.Zero: Nachhaltige Recovery-Lösungen für Systemgastronomie
Neben Oitners AWF soll die BWT-Tochter B.Zero das vierte Standbein des „Sustainable Innovation Hub“ in St. Pantaleon werden. B.zero ist ein Tochterunternehmen der BWT und entwickelt nachhaltige Recovery-Lösungen für die Systemgastronomie mit mehreren Standbeinen: Da ist zum einen die Wasseraufbereitung, die dort ansetzt, wo klassische Fettabscheider aufgeben, und für Abwasserqualitäten entsprechend den bestehenden Grenzwerten sorgen.
Zum zweiten geht es um die Umwandlung von Lebensmittelabfällen, die in allen Großküchen von der Burgerkette bis zum Seniorenheim unvermeidlich anfallen, in eine volumenreduzierte, geruchsarme Vorstufe von Kompost. Drittens sollen auch andere Küchenabfälle wie Pappe oder Kunststoff automatisiert so getrennt und aufbereitet werden, dass das Recycling auch in Großküchen aufwandsarm und leicht reproduzierbar realisiert werden kann.
Außerdem arbeitet B.Zero – der Name steht für„Best Resource Recovery Technology“ – am softwaregestützten ESG-Reporting auf Knopfdruck. Zielmarkt sind Franchise-Unternehmen wie klassische Fastfood-Ketten, die mit geringem Aufwand und kaum Know-how vor Ort einfachste Lösungen geboten bekommen.
10.000 m2 für die Weiterentwicklung
Am Sommerauer-Standort in Trimmelkam / St. Pantaleon ist für all diese Unternehmungen genug Platz vorhanden. Derzeit sind von den 16.500 m2 Werksfläche erst 6.000 m2 verbaut. Die bestehenden Gebäude wurden seit dem Amtsantritt von Herbert Oitner im Mai bereits renoviert, aus- und umgebaut. Hier finden neben den Entwicklungsarbeiten, der Sommerauer-Kesselproduktion und der Montage in Zukunft auch der Sonderanlagen- und Containerbau rund um die individuellen Lösungen von „Customized Solutions by Windhager“ Platz. Mehr als 10.000 m2 zusätzlich nutzbarer Fläche bieten mehr als genug Platz für weitere zukünftige Entwicklungsschritte.
Biomasse-Portfolio und Weihnachtsmarkt bei Sommerauer
Auch die Sommerauer-Produktfamilie wurde seit Mai 2025 deutlich aus- und umgebaut. So bietet Sommerauer jetzt neben den traditionellen Hackgut-Kesseln erstmals auch Scheitzholz-Heizungen auf Basis der Windhager-Kessel, und auch das Pellets-Portfolio wurde mithilfe von Windhager erweitert und erneuert.
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Neben der Technik geht es aber auch um die spürbare Wiederbelebung des Standorts: Die Vorstellung des „Sustainable Innovation Hub“ am 12. Dezember wurde mit einem Weihnachtsmarkt für die Gemeinde St. Pantaleon, der Einladung an die Freiwillige Feuerwehrn sowie im Beisein von Bürgermeister, Vizebürgermeisterin und mit der Segnung durch den Pfarrer verbunden.
"Best Energy Technology" in the making
All diese Entwicklungen zu verbinden, Synergien zu realisieren, aus den verschiedensten individuellen Aufgaben ein Team mit Wir-Gefühl am Standort zu formen und sowohl das Tagesgeschäft des Kesselbaus als auch das Start-up-Gefühl der innovativen Projekte zu verbinden: Diese Aufgabe hat Herbert Oitner vor sich. Er ist der Kopf für vier Unternehmen und drei Eigentümer*innen – und eine große, noch nutzbare Fläche am Standort, die mit „Best Energy Technology“ gefüllt werden sollen.