Stimmungsbarometer : Akzeptanz für erneuerbare Energieprojekte sinkt leicht

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Das jährliche Stimmungsbarometer der österreichischen Bevölkerung zu erneuerbaren Energien für 2025 ist da.

- © VectorMine - stock.adobe.com

Die Zustimmung zu erneuerbaren Energieprojekten in Österreich ist auf einem Zehnjahres-Tief angelangt, aber immer noch auf hohem Niveau. Mehr als zwei Drittel der Befragten steht diesen auch in der Nähe ihrer Gemeinde positiv gegenüber. Das zeigt das aktuelle Stimmungsbarometer von der Universität Graz, Deloitte Österreich und Wien Energie. Vor allem Photovoltaik-Anlagen erfreuen stoßen auf Zuspruch. Auch der Mobilitätsbereich erfährt eine Trendumkehr. 

Im Rahmen der repräsentativen Studie wird jährlich die Einstellung der Österreicher*innen zu erneuerbaren Energien erhoben, zuletzt Ende 2025. Dass die Zustimmung zu erneuerbaren Energieprojekten trotz Teuerungen weiterhin auf einem hohen Niveau liege, sei ein wichtiges Zeichen, ist Studienautorin Nina Hampl von der Universität Graz überzeugt: „Gerade in Zeiten, in denen andere globale Themen zunehmend in den Vordergrund rücken, ist das ein wichtiges Signal für die langfristige Verankerung der Energiewende in der österreichischen Bevölkerung."

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Dass die Zustimmung zu erneuerbaren Energieprojekten trotz Teuerungen weiterhin auf einem hohen Niveau liege, sei ein wichtiges Zeichen, ist Studienautorin Nina Hampl von der Universität Graz überzeugt.

- © Photo Riccio/Walter Elsner

Stromspeicher im Aufwärtstrend

Unter den erneuerbaren Energietechnologien ist die Photovoltaik in Österreich besonders beliebt, die Technologie erfährt 79 Prozent Zustimmung. Im Vergleich dazu stehen der Kleinwasserkraft 69 Prozent der Befragten in der Nähe ihrer Gemeinde positiv gegenüber, die Windkraft liegt zehn Prozentpunkte (59 Prozent) dahinter. Rund zwei Drittel der Befragten meint außerdem, dass mehr Freiflächen-Photovoltaikanlagen in Österreich gebaut werden sollte. 27 Prozent der Befragten hat bereits eine PV-Anlage am eigenen Haus oder Wohngebäude installiert, im Vergleich zum Vorjahr nahm die Anzahl der Installationen aber leicht ab. Auslöser dafür könnten die Wiedereinführung der Mehrwertsteuer auf PV-Anlagen sowie die Diskussionen um Einspeisegebühren rund um das Elektrizitätswirtschaftsgesetz sein.

Als wichtige Anreize für die PV-Installation nannten die Befragten vor allem erwartete Kosteneinsparungen (69 Prozent) positive Umweltaspekte sowie öffentliche Förderungen (je 34 Prozent). Zudem herrscht Bereitschaft, in die Optimierung der Anlagen zu investieren. So gab es 2025 ein Rekordhoch bei den Installationen von Stromspeichern. Fast die Hälfte der Studienteilnehmenden mit PV-Anlagen verfügt mittlerweile über eine Möglichkeit zur Speicherung des Stroms.

„Der fortschreitende Ausbau der Erneuerbaren lässt Stromproduktion und -verbrauch zeitlich zunehmend auseinanderklaffen", weiß Karl Gruber, Geschäftsführer von Wien Energie. Ein Lösungsansatz sei es, den Strom mit Batterien einzuspeichern. „Neben großen Batteriespeichern der Energiewirtschaft setzen auch immer mehr Österreicherinnen und Österreicher auf Speicher bei ihrem eigenen Zuhause."

„Der fortschreitende Ausbau der Erneuerbaren lässt Stromproduktion und -verbrauch zeitlich zunehmend auseinanderklaffen", weiß Karl Gruber, Geschäftsführer von Wien Energie.

- © Wien Energie/Stefan Joham

Stetig mehr Wärmepumpen

Steigende Preise sind für 86 Prozent der Befragten weiterhin ein Anlass, sich mit dem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen. Dennoch setzen sie seltener auf Verhaltensänderung, um ihren persönlichen Energieverbrauch zu senken: Bis auf den Wechsel des Stromanbieters setzen die Befragten keine Maßnahme im Vergleich zum Vorjahr häufiger, eher das Gegenteil. Investitionen tätigt die Bevölkerung aber, um langfristig Energie und damit Kosten zu sparen. Im Dreijahresvergleich setzen laut Studie mehr Menschen auf strukturelle Maßnahmen wie den Austausch von Heizungssystemen oder die Gebäudesanierung als in den Jahren davor – auch wenn das kurzfristig eine hohe Investition bedeutet. 

Das zeigt sich auch am steigenden Anteil der Wärmepumpen an der primären Wärmeversorgung: 17 Prozent der Befragten gaben an, mit einer Wärmepumpe zu heizen. Den größten Anteil hat mit 29 Prozent die Fernwärme, gefolgt von Erdgas (22 Prozent), Biomasse (16 Prozent), Heizöl (8 Prozent) und Strom (5 Prozent). Befragte Hausbesitzer*innen, die sich für eine (weitere) erneuerbare Wärmeversorgung interessieren oder investieren wollen, denken vor allem an Biomasseheizungen. Gleichzeitig hat sich der Anteil der befragten Wohnungseigentümer*innen, die die Teuerung als Investitionsbremse in puncto erneuerbarer Wärmeversorgung sehen, verdoppelt.

>> Energieverbrauch, Energieträger & Verwendungszweck in Zahlen: So heizen Österreichs Haushalte

Plus ein Drittel für EEGs

Parallel dazu nimmt auch das Interesse an gemeinschaftlichen Modellen weiter zu. Mehr als ein Drittel der Befragten zeigt weiterhin hohes Interesse an einem Bürger- und Bürgerinnenbeteiligungsprojekt, auch der Anteil jener Personen, die an einer Energiegemeinschaft beteiligt sind oder selbst eine gegründet haben, steigt auf 15 Prozent (2024: 10 Prozent). „Die Österreicherinnen und Österreicher beschäftigen sich immer mehr mit langfristigen Lösungen im Energiebereich und ziehen weiter auch gemeinschaftliche Modelle in Betracht“, so Gruber.

„Förderungen allein setzen den Markt nicht nachhaltig in Bewegung – es braucht vor allem leistbare E-Fahrzeuge. Die vielfach noch hohen Kaufpreise lassen viele potenzielle Käuferinnen und Käufer weiterhin zögern", betont Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich.

- © Deloitte

E-Mobilität kommt langsam wieder in Fahrt

Im Mobilitätsbereich gab es 2025 eine leichte Trendumkehr: Das Kaufinteresse für Elektroautos steigt wieder auf 42 Prozent der Befragten an. Es ist dennoch der drittniedrigste Wert seit 2015. Für die Befragten stehen mit den geringeren Betriebskosten (67 Prozent) im Vergleich zu Verbrennern vor allem wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund. Doch auch Klimaschutzaspekte (60 Prozent) sind ein wichtiges Motiv, öffentliche Förderungen spielen für 57 Prozent eine Rolle.

Förderungen allein setzen den Markt nicht nachhaltig in Bewegung – es braucht vor allem leistbare E-Fahrzeuge. Die vielfach noch hohen Kaufpreise lassen viele potenzielle Käuferinnen und Käufer weiterhin zögern", betont Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich. Stattdessen seien wettbewerbsfähige Preise und ein attraktives Angebot an Fahrzeugen im unteren und mittleren Preissegment gefragt. 

Klimapolitische Ziele bleiben wichtig

Das abschließende Fazit der Studienpartner ist trotzdem ein positives: Entgegen vieler globaler Entwicklungen lasse sich feststellen, dass der Trend in Sachen Energiewende und Klimaschutz in Österreich in die richtige Richtung gehe. Die Konsument*innen seien für weiterhin für weitere klimapolitische Maßnahmen offen. Am meisten Zustimmung erfahren dabei der Ausbau der Stromnetze (60 Prozent) und der Ausbau erneuerbarer Energietechnologien (58 Prozent). Gleichzeitig spricht ein Fünftel der Befragten gegen ein Verbot von Ölheizungen im Bestand aus, rund ein Viertel der Befragten gegen eines für Gasheizungen.

➡️ Die volle Studie gibt es hier zu lesen.

Statistisches Know-how: Umfragen richtig interpretieren

Um Umfrageergebnisse richtig einordnen zu können, ist ein Kennwert besonders wichtig: die sogenannte Schwankungsbreite. Bei Erhebungen wie dieser wird nicht die gesamte österreichische Bevölkerung als Grundgesamtheit befragt, sondern eine repräsentative Stichprobe. Wird diese korrekt durchgeführt, erlaubt sie Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit. Die Schwankungsbreite zeigt, wie genau die erhobenen Stichprobenwerte sind – und um wie viele Prozentpunkte sie statistisch nach oben oder unten abweichen können.

Die Schwankungsbreite dieser Studie beträgt maximal ± 2,91 Prozentpunkte.
Liegen zwei Werte weniger als rund drei Prozentpunkte auseinander, kann der Unterschied innerhalb dieser statistischen Unschärfe liegen – sie sind also möglicherweise als gleichauf zu bewerten.

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